Galeria ringt um Mietverträge – Acht Standorte stehen auf der Kippe
Bei der traditionsreichen Warenhauskette Galeria drohen erneut Filialschließungen. Das Unternehmen befindet sich derzeit in intensiven Verhandlungen mit Vermietern an acht verschiedenen Standorten, um die Mietkosten zu senken und die Wirtschaftlichkeit der Häuser zu sichern.
Verhandlungen laufen – Schließungen als Ultima Ratio
Die Gespräche sind nach Unternehmensangaben bereits im Gange. „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“, teilte Galeria mit. Diese Aussage unterstreicht den Ernst der Lage, in der sich der Einzelhandelsriese befindet.
Philipp Kretzer, Chief Sales Officer von Galeria, betonte: „Wir kämpfen für den Erhalt unserer Filialen und möchten an den Standorten bleiben.“ Allerdings sei die Voraussetzung dafür ein wirtschaftlich tragfähiges Modell. Die Mietverträge der betroffenen Filialen laufen mittelfristig aus, was den Zeitdruck für eine Einigung erhöht.
Diese acht Filialen sind konkret betroffen
Die Verhandlungen betreffen Warenhäuser in folgenden Städten:
- München (Rotkreuzplatz)
- Berlin (Kurfürstendamm und Hermannplatz)
- Köln (Hohe Straße und Breite Straße)
- Mannheim
- Braunschweig
- Aschaffenburg
Diese Standorte repräsentieren einen bedeutenden Teil des Galeria-Portfolios und liegen in zentralen Lagen der jeweiligen Städte. Die Filiale an der Breiten Straße in Köln steht dabei besonders im Fokus, da sie bereits in der Vergangenheit im Gespräch war.
Sozialplan und Interessenausgleich für den Fall der Fälle
Sollten die Verhandlungen tatsächlich scheitern und Schließungen unvermeidbar werden, hat die Geschäftsführung bereits Maßnahmen angekündigt. Es würden dann Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter geführt werden. Dies zeigt, dass das Unternehmen versucht, verantwortungsvoll mit der schwierigen Situation umzugehen.
Galeria betreibt derzeit insgesamt 83 Warenhäuser in Deutschland. Die mögliche Schließung von acht Standorten würde somit fast zehn Prozent des Filialnetzes betreffen. Die Entwicklung bei Galeria spiegelt die allgemeinen Herausforderungen des stationären Einzelhandels wider, der mit hohen Fixkosten und verändertem Konsumverhalten kämpft.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es gelingt, tragfähige Lösungen mit den Vermietern zu finden oder ob der Einzelhandelsstandort Deutschland weitere Leerstände in Innenstädten verkraften muss.



