Justiz verfolgt Netzwerk: Männer aus China wegen Betäubung und Vergewaltigung von Frauen angeklagt
Netzwerk aus China: Betäubung und Vergewaltigung von Frauen

Justiz verfolgt Netzwerk: Männer aus China wegen Betäubung und Vergewaltigung von Frauen angeklagt

Die deutsche Justiz geht mit aller Härte gegen ein kriminelles Netzwerk vor, das überwiegend aus chinesischen Männern besteht und Frauen systematisch betäubt und vergewaltigt haben soll. In mehreren Bundesländern laufen derzeit Ermittlungsverfahren und Prozesse, die ein erschütterndes Ausmaß der Taten offenbaren. Die Opfer wurden in Chatgruppen als "tote Schweine" oder "Autos" bezeichnet, während die Täter sich online über Betäubungsmethoden und ihre Verbrechen austauschten.

Prozesse in München, Berlin und Frankfurt

Am Landgericht München I steht das Urteil gegen einen 27-jährigen chinesischen Studenten bevor, der gestanden hat, seine Freundin mit Narkosemitteln betäubt, vergewaltigt und die Taten gefilmt zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe: lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung. Laut Anklage war es reiner Zufall, dass die Frau bei den wiederholten Misshandlungen nicht starb.

Parallel dazu läuft am Landgericht Berlin ein Prozess gegen einen weiteren Mann, der online mit dem Münchner Angeklagten kommuniziert haben soll. Der studierte Mediziner soll über einen Zeitraum von zwei Jahren eine Frau im Schlaf sexuell missbraucht haben, teilweise gemeinsam mit anderen Tätern in Peking. Von Berlin aus gab er Ratschläge zur Betäubung von Personen für sexuelle Übergriffe.

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In einem bereits abgeschlossenen Verfahren verurteilte dasselbe Berliner Gericht einen weiteren chinesischen Angeklagten Mitte 20 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Dieser prahlte online damit, insgesamt 18 Frauen vergewaltigt zu haben, zeigte jedoch vor Gericht Reue.

Ermittlungen begannen in Hessen

Den Anstoß für die bundesweiten Ermittlungen gab ein Fall am Landgericht Frankfurt am Main, wo ein Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Die Ermittlungsgruppe "EG Inserat" des hessischen Landeskriminalamtes informierte daraufhin Kollegen in anderen Bundesländern über die Chatgruppen, in denen sich die Täter austauschten.

Laut Urteilen kommunizierten die Teilnehmer dieser Gruppen über:

  • Selbst begangene Vergewaltigungen
  • Anleitungen zur Betäubung von Opfern
  • Beschaffung von Betäubungsmedikamenten
  • Erfahrungen bei Sexualdelikten an sedierten Frauen

Zur Illustration ihrer Taten übersandten sie teilweise Bildaufnahmen weiblicher Verletzter.

Internationale Parallelen und Tätergeständnisse

Die Fälle erinnern an den international bekannt gewordenen Fall der Französin Gisèle Pelicot, die jahrelang von ihrem Ehemann betäubt und vergewaltigt wurde – ein Phänomen, das in Frankreich als "Soumission chimique" (chemische Unterwerfung) bezeichnet wird. In Deutschland zeigen die Geständnisse der Angeklagten eine beunruhigende Rationalisierung der Taten. So behauptete der Münchner Student, er liebe seine Freundin, habe sie aber "tief verwundet", und andere Täter gaben an, Medikamente nur zur Befriedigung ihrer Fantasien einzusetzen, ohne Frauen schädigen zu wollen.

Die Justiz bleibt jedoch unnachgiebig: Mit den bevorstehenden Urteilen in München und den laufenden Verfahren in Berlin und Frankfurt sendet sie ein klares Signal gegen sexualisierte Gewalt und die systematische Ausbeutung von Frauen durch internationale Netzwerke.

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