Aktivisten planen Straßenblockaden bei AfD-Parteitag in Erfurt - Polizei erwartet Zehntausende
Blockaden bei AfD-Parteitag in Erfurt geplant - Zehntausende erwartet

Massive Proteste angekündigt: Aktivisten planen Straßenblockaden bei AfD-Bundesparteitag in Erfurt

Das Bündnis "Widersetzen" hat für das erste Juli-Wochenende umfangreiche Blockadeaktionen rund um den Bundesparteitag der AfD in Erfurt angekündigt. Nach dem Vorbild der massiven Proteste beim Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation in Gießen im Herbst wollen die Aktivisten erneut mit Körperblockaden die Zufahrtswege zur Messe versperren.

Strategie der Straßenblockaden

"Wir wollen die großen Straßen zu machen, sodass niemand zur Messe kommt", erklärte Noa Sander vom Aktionsbündnis. Die geplanten Aktionen umfassen Blockaden, Großdemonstrationen und Kundgebungen an verschiedenen Orten in der thüringischen Landeshauptstadt. Bereits am frühen Freitagmorgen sollen die ersten Maßnahmen starten, um die Anreise der Parteitagsteilnehmer gezielt zu stören.

Laut Sander berieten am vergangenen Wochenende etwa 500 Menschen in Erfurt über konkrete Strategien für die Protestaktionen. In Gießen seien damals 19 Blockadepunkte in der Stadt identifiziert und erfolgreich blockiert worden. "Ähnliches haben wir in Erfurt vor", so der Aktivist.

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Vorbild Gießen: Erfahrungen aus früheren Protesten

Die geplanten Aktionen orientieren sich an den umfangreichen Protesten im Herbst, als sich laut dem Bündnis 15.000 Menschen an Blockaden beim Gründungstreffen der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland in Gießen beteiligten. Die Polizei hatte damals von insgesamt rund 25.000 Demonstranten in der Stadt gesprochen, wobei der Großteil friedlich protestierte.

"Wir sind uns sicher, dass wir dieses Mal mehr werden", zeigte sich Sander zuversichtlich. Das Bündnis "Widersetzen" kam bei seiner eigenen Zählung in Gießen sogar auf 50.000 Teilnehmer. Für die Erfurter Proteste rechnen die Sicherheitsbehörden bereits jetzt mit Zehntausenden Demonstranten.

Gewaltsame Vorfälle und Aufruf zur Deeskalation

In Gießen war es neben den friedlichen Protesten auch zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Während Aktivisten Polizeigewalt beklagten, berichtete die Polizei ihrerseits von Dutzenden verletzten Beamten.

Die Strategie von "Widersetzen" basiere darauf, mit Körpern den Weg dichtzumachen, betonte Sander. "Von uns geht keine Eskalation aus." Gleichzeitig rief er die Thüringer Polizei auf, deeskalierend zu wirken. In einer klaren Positionierung fügte er hinzu: "Wer die AfD schützt, steht auf der falschen Seite."

Die Sicherheitsbehörden bereiten sich angesichts der angekündigten Großdemonstrationen und Blockaden auf einen erheblichen Polizeieinsatz vor. Die Erfahrungen aus Gießen zeigen, dass trotz überwiegend friedlicher Proteste mit Konfliktsituationen gerechnet werden muss.

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