Center-Manager warnt vor „gruseliger“ Zukunft: Einkaufen ohne Menschen?
Center-Manager warnt vor Einkaufen ohne Menschen

Center-Manager warnt vor „gruseliger“ Zukunft: Einkaufen ohne Menschen?

In einem aktuellen Podcast hat Moritz Dressel, der Manager des Neubrandenburger Marktplatz-Centers, eindringliche Worte zur Zukunft des stationären Handels gefunden. Seit August 2025 leitet er das größte Einkaufszentrum der Region, das täglich etwa 17.000 Besucher anzieht, und blickt bereits auf eine bewegte Amtszeit zurück.

Lob für die Stadt und Herausforderungen des Leerstands

Dressel lobte im Gespräch mit Unternehmensberater Christian Atzl die Stadt Neubrandenburg als „sehr einzelhandelskompetent und einzelhandelsfreundlich“. Er betonte, dass kleinere Städte wie Neubrandenburg eine „sehr, sehr heile Welt“ bieten. Dennoch gestand er ein, dass Leerstand grundsätzlich „blöd“ sei, wobei es sich oft um kein lokales Phänomen handle. Beispielsweise war die Schließung der Gamestop-Filiale im Obergeschoss vor gut einem Jahr Teil einer deutschlandweiten Strategie des Videospiel-Händlers.

Positive Entwicklungen und neue Konzepte

Trotz der Schließungen von BoboQ und McDonalds konnte Dressel bereits drei Neueröffnungen vermelden: den Videospiel- und Anime-Händler Figuya x Konsolenkost, das Eis/Broiler-Doppelkonzept von Joho und Hungry Ninja. Der Figuya-Laden hat seit Ende September geöffnet, während die Eröffnungen von Joho und Hungry Ninja noch bevorstehen. Dressel hob hervor, dass die Ansiedlung von Figuya zeigt, dass auch eine jüngere Käuferschicht im Center existiert. „Wenn du eine Nische hast, die du gut bedienst und das mit ganz viel Herz, Leben und Inhalt füllst, aktivierst du jede Zielgruppe“, erklärte er im Podcast.

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Warnung vor einer anonymen Shopping-Zukunft

Besonders deutlich wurde Dressel, als er über die langfristige Zukunft des Einzelhandels sprach. Er äußerte die Hoffnung, dass es den klassischen Handel noch in 14 Jahren in der Innenstadt geben wird, warnte aber vor einer „gruseligen“ Vision: „Ich finde das ganz gruselig, wenn wir am Ende durch ganz anonyme Markthallen gehen, am besten nur noch auf irgendwelchen Touch-Pads irgendwelche Waren auswählen, die uns quasi per Roboter-Arm reingereicht werden und das Auto schon gepackt ist, bevor ich wieder auf dem Parkplatz bin. Dafür würde ich nicht in die Innenstadt fahren, da kann ich auch online bestellen“. Für ihn ist der persönliche Kontakt ein entscheidender Faktor, der den stationären Handel vom Online-Handel unterscheidet.

Zukunftswünsche und ungewisse Prognosen

Dressel sieht Verbesserungsbedarf in Neubrandenburg, insbesondere in gastronomischer Hinsicht und bei der touristischen Erschließung. In der Weihnachtszeit wünscht er sich einen „echten Weihnachtsmarkt“. Was die Vollvermietung des Centers betrifft, bleibt er vorsichtig: „Welche Unternehmensentscheidungen und Marktmechanismen greifen werden, ist nicht prognostizierbar, deswegen kann ich auch keine Vollvermietung datieren, aber es ist auf jeden Fall unser Anspruch“. Der einstündige Podcast mit Christian Atzl ist auf Plattformen wie Spotify verfügbar und bietet weitere Einblicke in diese Themen.

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