Tützpatz kämpft mit Finanzloch: Haushalt 2026 im Minus
Tützpatz: Haushalt 2026 mit 238.730 Euro Minus

Die Gemeinde Tützpatz steht erneut vor finanziellen Herausforderungen. Nachdem der Haushalt 2023 bereits ein Minus von rund 300.000 Euro aufwies, zeichnet sich auch für das Jahr 2026 ein Defizit ab. Die Einnahmen belaufen sich auf 1.223.270 Euro, während die Ausgaben mit 1.462.000 Euro zu Buche schlagen – ein Fehlbetrag von 238.730 Euro.

Bürgermeister verteidigt Investitionen

Bürgermeister Roland Schulz betont, dass das Minus auf Investitionen in die Gemeinde zurückzuführen sei. „Wir möchten die Zukunft positiv gestalten“, erklärt er. Bereits vor drei Jahren hatte er gesagt: „Du kannst nicht aufhören, in eine Gemeinde zu investieren. Sparen hat weder der finanziellen Situation noch der Infrastruktur geholfen.“

Hohe Umlagen belasten den Haushalt

Ein großer Teil der Einnahmen ist bereits fest verplant. Für die Amts- und Kreisumlage muss Tützpatz 440.285 Euro zahlen, hinzu kommt eine Schulumlage von 65.400 Euro. Insgesamt fließen 505.685 Euro in Umlagen – fast die Hälfte der Einnahmen. Dieses Dilemma teilt die Gemeinde mit vielen anderen im Amtsbereich Treptower Tollensetal, wo die meisten Gemeinden verschuldet sind.

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Pflichtaufgaben fordern ihren Tribut

Die Gemeinde muss zahlreiche Pflichtaufgaben erfüllen. Rund 100.000 Euro sind für die Instandhaltung der Straßen vorgesehen. Besonders die Verbindungsstraße zwischen Tützpatz und Schossow bereitet Probleme. „Hier stehen immer wieder Wartungsarbeiten an“, berichtet Schulz. Insgesamt müssen 16 Kilometer Straßen, Gehwege und Radwege unterhalten werden. Die Radwege seien in schlechtem Zustand, doch für eine Sanierung fehle das Geld, da zunächst die Gehwege und Straßen Priorität hätten.

Hortsanierung verschlingt Millionen

Ein weiteres großes Projekt ist die Sanierung des Horts aus DDR-Zeiten. Die Kosten belaufen sich auf 1,85 Millionen Euro. Eine Schließung kommt nicht in Frage, da Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Hortplatz haben. Die Gemeinde rechnet mit Fördermitteln in Höhe von 1,275 Millionen Euro sowie einer Sonderbedarfszuweisung von 170.000 Euro vom Land. Zudem trägt der ASB als Mieter zur Refinanzierung bei. „Mit den derzeitigen Mitteln kann aber nur der Hortbereich saniert werden“, bedauert Schulz. Für Kindergarten und Krippe fehle noch ein passendes Förderprogramm.

Neue Garage für das DRK-Rettungsfahrzeug

Ebenfalls im Haushalt eingeplant ist der Neubau einer Garage für das Rettungsfahrzeug des DRK mit 100.000 Euro. Das Fahrzeug steht derzeit im Feuerwehrhaus, was zu Platzproblemen führt. Schulz hofft, durch das günstigste Angebot unter der kalkulierten Summe zu bleiben.

Wunsch nach mehr Entscheidungsfreiheit

Die Kommunalpolitik werde stark von übergeordneten Ebenen bestimmt. Schulz wünscht sich mehr Freiheit, etwa bei der Auswahl von Baubetrieben: „Wenn eine Firma deutlich günstiger ist, müssen wir sie nehmen – auch wenn wir schlechte Erfahrungen gemacht haben.“

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