Trade Republic startet umfassende Service-Offensive mit über 1.000 Agenten
Der Online-Broker Trade Republic reagiert mit einer umfangreichen Offensive in der Kundenbetreuung auf anhaltende Kritik an seinem Service. Das Unternehmen bietet ab sofort allen Nutzern eine persönliche Betreuung rund um die Uhr an, die sieben Tage die Woche und kostenlos über die App verfügbar ist. Kunden können die Bank dabei sowohl per Telefon und Live-Chat erreichen als auch einen individuellen Rückruf anfordern.
Mehr als 1.000 geschulte Serviceagenten im Einsatz
Insgesamt stehen mehr als 1.000 speziell geschulte Serviceagenten bereit, um den Nutzern in acht verschiedenen Sprachen zu helfen. Mit dieser neuen Kundenbetreuung, in die Trade Republic einen zweistelligen Millionenbetrag investiert hat, kommen zudem über 30 neue Funktionen hinzu. Dazu gehören erweiterte Passwortfunktionen und spezielle Analysetools für Anleger, die das Nutzererlebnis deutlich verbessern sollen.
„Unser Kundenservice wurde von Grund auf neu entwickelt“, erklärte Mitgründer Christian Hecker in einer Unternehmensmitteilung. Dem Unternehmen zufolge wird der vollständig überarbeitete Service in den kommenden Wochen nicht nur in Deutschland, sondern auch in weiteren europäischen Kernmärkten schrittweise eingeführt und ausgerollt.
Rasantes Wachstum und harte Konkurrenz für etablierte Banken
Trade Republic hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum verzeichnet. Die Firma zählt mittlerweile mehr als 10 Millionen Kunden in ganz Europa, davon über fünf Millionen allein in Deutschland. Das verwaltete Kundenvermögen beläuft sich auf mehr als 150 Milliarden Euro. Ende des vergangenen Jahres stieg die Finanzplattform mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Start-up auf.
Das 2019 als reiner Broker gestartete Unternehmen erlebte während der Corona-Pandemie einen deutlichen Boom. Seit 2023 verfügt Trade Republic, das rein auf App-Basis agiert, über eine Vollbanklizenz und bietet neben dem Wertpapierhandel auch Bezahlkarten und Girokonten an. Parallel dazu expandierte das Unternehmen in mehrere europäische Märkte, darunter Frankreich, Italien und Spanien.
Mit seinen niedrigen Gebühren für Aktiengeschäfte, attraktiven Tagesgeldzinsen und kostenfreien Sparplänen für ETFs hat sich Trade Republic zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für etablierte Banken entwickelt. Das Unternehmen wirbt damit, den Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank in voller Höhe an die Kunden weiterzugeben – derzeit sind das 2,0 Prozent.
Bisherige Kritik und Imageschäden
Trotz des erfolgreichen Wachstums stand Trade Republic in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik wegen verschiedener Mängel im Kundenservice. Zahlreiche Negativschlagzeilen, insbesondere zu Problemen beim Depotübertrag, führten zu erheblichen Imageschäden für das Unternehmen.
Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ gingen bei den Verbraucherzentralen in Deutschland von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden zu Trade Republic ein. Damit lag die Zahl mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund wurden dabei ein schwer oder gar nicht erreichbarer Kundenservice genannt. Eine Unternehmenssprecherin führte den Anstieg der Beschwerden damals auf das starke Wachstum der Firma zurück, da sich die Nutzerzahl innerhalb von nur 18 Monaten nahezu verdoppelt hatte.
Ambitionierte Ziele für die Zukunft
Nun will Trade Republic mit der umfassenden Service-Offensive gezielt gegensteuern und sich langfristig als zuverlässige Hausbank für seine Kunden etablieren. Mitgründer Christian Hecker formulierte dabei ehrgeizige Ziele für das Unternehmen: „In den nächsten zwölf Monaten wollen wir den besten Kundenservice aller Banken in Europa betreiben.“ Mit der Investition in Personal, Technologie und neue Features zeigt das Fintech-Unternehmen deutlich, dass es die Kritik ernst nimmt und seine Servicequalität nachhaltig verbessern möchte.



