Milliardenloch in den öffentlichen Kassen wächst erneut
Das Milliardenloch in den öffentlichen Kassen Deutschlands hat sich im vergangenen Jahr weiter vergrößert, obwohl die Einnahmen gestiegen sind. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergab sich für die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung ein Finanzierungsdefizit von 127,3 Milliarden Euro für das Jahr 2025.
Defizit erreicht Niveau der Energiekrise
Damit war das Minus im Vergleich zum Vorjahr um 22,9 Milliarden Euro größer und erreichte nahezu das gleiche Niveau wie im Energiekrisen-Jahr 2022. Anders als damals, als nur der Bund im Defizit war, verteilt sich das Loch nun auf alle staatlichen Ebenen. Dies deutet darauf hin, dass die Schuldenlast in dieser Höhe auch den Gesamtschuldenstand beeinflussen wird.
Kommunen mit historischem Minus
Bei den Gemeinden war das Defizit 2025 mit 31,9 Milliarden Euro so hoch wie nie seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Der Bund verzeichnete ein Minus von 85,4 Milliarden Euro, was einem Anstieg von mehr als zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr entspricht. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem neue Schulden für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutzmaßnahmen.
Länder und Sozialversicherung verbessern sich
Im Gegensatz dazu konnten die Länder ihr Finanzierungsdefizit innerhalb eines Jahres auf 8,7 Milliarden Euro mehr als halbieren. Gut drei Viertel dieses Defizits stammen aus den Stadtstaaten, während Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen sogar Überschüsse ausweisen. Die Sozialversicherung reduzierte ihre Lücke deutlich von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur noch 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Einnahmen und Ausgaben im Vergleich
Insgesamt erhöhten sich die Ausgaben des öffentlichen Gesamthaushalts im vergangenen Jahr um 6,0 Prozent, während die Einnahmen um 5,2 Prozent stiegen. Dies führte zu Einnahmen von rund 2.081 Milliarden Euro und Ausgaben von etwa 2.208 Milliarden Euro. Trotz der gestiegenen Einnahmen konnte das Defizit nicht gestoppt werden, was die anhaltenden finanziellen Herausforderungen unterstreicht.
Historischer Vergleich
Das höchste Defizit seit der Wiedervereinigung verzeichneten die öffentlichen Haushalte in Deutschland im Corona-Jahr 2020 mit damals gut 189 Milliarden Euro. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die finanzielle Belastung durch Verteidigung und Klimaschutz weiterhin erheblich ist und das Haushaltsloch trotz positiver Einnahmeentwicklung wächst.



