Seit Tagen wütet ein Waldbrand am Saurüsselkopf (1270 Meter) in den Chiemgauer Alpen bei Ruhpolding. Das Feuer hat sich am Dienstag auf rund 160 Hektar ausgeweitet, wie das Landratsamt Traunstein mitteilte. Einen Tag zuvor war noch von etwa 50 Hektar die Rede. Der Brand wird fast ausschließlich aus der Luft bekämpft, da das Gelände extrem steil und schwer zugänglich ist.
Lage bleibt anspruchsvoll
Die Löscheinsätze mit Hubschraubern zeigen zwar erste Wirkung, doch die Flammen breiten sich weiter aus. Das Landratsamt erklärte: „Die Lage im Einsatzgebiet bleibt weiterhin anspruchsvoll und dynamisch.“ Bereits am Montag hatte Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) den Katastrophenfall ausgerufen. „Wir sind auf überörtliche Hilfe angewiesen“, so Danzer.
Elf Hubschrauber im Einsatz
Derzeit sind elf Hubschrauber im Löscheinsatz: vier von der Landespolizei Bayern, einer von der Bundespolizei, einer von der Landespolizei Baden-Württemberg, zwei von Heli Austria sowie drei von der Bundeswehr. Die Bundeswehr-Hubschrauber können laut Danzer rund 5000 Liter Wasser transportieren, deutlich mehr als die Polizeihubschrauber.
Ein Löscheinsatz am Boden ist nur dort möglich, wo die Sicherheit der Retter gewährleistet ist. Daher werfen die Hubschrauber kontinuierlich Wasser ab, um die Flammen einzudämmen. Nachts können die Hubschrauber aus Sicherheitsgründen nicht starten. Neben der Feuerwehr und Bundeswehr sind auch Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei, Katastrophenschutz, Forstbehörden und die Gemeinde an den Löscharbeiten beteiligt.
Trinkwasserschutzgebiet bedroht
Der Brand ist besonders brisant, weil er ein Trinkwasserschutzgebiet bedroht. Eine Quelle versorgt rund 30.000 Menschen mit Wasser. Ihr Schutz hat höchste Priorität. Für die Bevölkerung besteht keine direkte Gefahr, jedoch ist das Einsatzgebiet abgesperrt, um die Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten.
Die Brandursache ist noch unklar. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit herrscht im Osten und Süden Bayerns erhöhte Waldbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für weite Teile Oberbayerns die Waldbrandgefahrenstufe drei von fünf aus. In einigen Regionen im Osten und im Landkreis Traunstein galt sogar Stufe vier – hohe Gefahr.



