Pünktlich zum Start der Sommerferien in mehreren Bundesländern steigen die Spritpreise wieder deutlich an. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni müssen Autofahrer an den Zapfsäulen wieder tiefer in die Tasche greifen. Laut aktuellen Daten des ADAC kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,05 Euro, Diesel liegt bei 1,95 Euro. Das sind rund 15 Cent mehr als noch vor zwei Wochen.
Ferienstart trifft auf hohe Nachfrage
Die Preiserhöhung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: In Bayern und Baden-Württemberg beginnen am Wochenende die Sommerferien, weitere Bundesländer folgen in den kommenden Tagen. Die Nachfrage nach Kraftstoff steigt saisonal bedingt, was die Preise zusätzlich nach oben treibt. „Die Kombination aus Wegfall des Tankrabatts und erhöhter Reisetätigkeit führt zu einem spürbaren Anstieg der Spritpreise“, erklärt ein Sprecher des ADAC.
Tankrabatt-Ende belastet Autofahrer
Der Tankrabatt, der die Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate senkte, war zum 30. Juni ausgelaufen. Seitdem zahlen Autofahrer wieder den vollen Steuersatz. Die Mineralölkonzerne hatten die Steuersenkung allerdings nur teilweise an die Kunden weitergegeben. Verbraucherschützer kritisieren dies scharf. „Die Entlastungswirkung des Tankrabatts war ohnehin begrenzt, nun ist sie ganz verschwunden“, sagt ein Experte der Verbraucherzentrale.
Hoffnung auf sinkende Ölpreise
Trotz der aktuellen Preisspitze gibt es möglicherweise Hoffnung für Reisende. Der Rohölpreis ist in den letzten Wochen leicht gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit rund 110 Dollar, nachdem es zwischenzeitlich über 120 Dollar gestiegen war. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Spritpreise im Laufe des Sommers wieder etwas nachgeben. „Wenn die Weltkonjunktur sich abkühlt und die Nachfrage nach Öl sinkt, könnte das die Preise an der Zapfsäule dämpfen“, so ein Analyst.
Tipps zum Sparen an der Tankstelle
Bis dahin können Autofahrer durch gezieltes Tankverhalten Geld sparen. Der ADAC empfiehlt, abends statt morgens zu tanken, da die Preise im Tagesverlauf oft sinken. Auch ein Vergleich der Preise verschiedener Tankstellen über Apps lohnt sich. Zudem sollten Autofahrer auf eine spritsparende Fahrweise achten: Vorausschauend fahren, frühzeitig schalten und unnötige Lasten vermeiden können den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken.
Ausblick auf den weiteren Sommer
Wie sich die Spritpreise in den kommenden Wochen entwickeln, hängt maßgeblich von der globalen Ölpreisentwicklung und der weiteren Konjunktur ab. Die Bundesregierung hat weitere Entlastungen angekündigt, etwa die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme. Eine erneute Senkung der Spritsteuer ist jedoch nicht geplant. Für Autofahrer bleibt der Sommer 2026 voraussichtlich teuer.



