Russland stoppt Öl-Lieferungen nach Schwedt: PCK Raffinerie vor neuen Herausforderungen
Russland stoppt Öl-Lieferungen nach Schwedt: PCK in Not

Russland stoppt Öl-Lieferungen nach Schwedt: Das droht jetzt der PCK Raffinerie

Schwedt/Berlin – Die Ölraffinerie in Schwedt muss die nächste Hiobsbotschaft verkraften. Russland hat die Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Druschba-Pipeline gestoppt, was die Versorgung der PCK Schwedt gefährdet. Das Bundeswirtschaftsministerium äußerte sich zur aktuellen Situation.

Hintergrund: Schwierige Jahre für PCK Schwedt

Hinter dem PCK Schwedt liegen schwierige wirtschaftliche Jahre. Nach dem von der Ampelregierung aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine verhängten Importstopp von Öl aus Russland musste die Raffinerie an der deutsch-polnischen Grenze neue Ölquellen erschließen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Unter anderem halfen dabei Verträge mit Kasachstan. Das asiatische Land liefert mittlerweile rund 200.000 Tonnen Öl pro Monat. Doch jetzt dreht Russland diesen Hahn zu – Grund: Die Pipeline läuft durch russisches Staatsgebiet.

Das sagt jetzt Rosneft Deutschland

Am Mittwochmorgen teilte das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche auf Nordkurieranfrage mit, dass „Rosneft Deutschland die Bundesnetzagentur als Treuhänderin darüber informiert hat, dass auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai 2026 keine Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Druschba-Pipeline über Territorium der Russischen Föderation hin zur PCK-Raffinerie erfolgen darf“.

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Rosneft Deutschland hält 54 Prozent der Gesellschafteranteile an der Ölraffinerie. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin betonte allerdings, dass „die Russische Föderation das bisher nicht gegenüber der Bundesregierung bestätigt hat“. Rosneft Deutschland prüfe derzeit die Auswirkungen und werde sich einer etwaigen neuen Lage anpassen. Weiter hieß es aus dem Reiche-Haus: „Rosneft Deutschland ist sich dabei seiner Verantwortung des Standortes bewusst und wird seine Verpflichtungen einhalten. Gleichzeitig werden vorhandene Spielräume ausgenutzt, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Die Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur hält ebenfalls stets die Versorgungssicherheit im Blick.“

Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit

Durch das Ausbleiben der kasachischen Öllieferungen an die PCK-Raffinerie sei die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland letztlich nicht gefährdet, sagte die Sprecherin. Allerdings müsse PCK Schwedt mit einer geringeren Kapazitätsauslastung fahren. Die Raffinerie werde voraussichtlich weniger Öl verarbeiten können, was zu Engpässen bei bestimmten Produkten führen könnte. Die genauen Folgen würden derzeit geprüft. Das Ministerium betonte, dass man alle Optionen prüfe, um die Versorgung zu sichern, und dass man im Austausch mit den beteiligten Unternehmen stehe.

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