Mannheim baut weltgrößte Flusswärmepumpe – Bürgermeister warnt vor Politik
Mannheim baut weltgrößte Flusswärmepumpe – Bürgermeister warnt

Mannheim baut die größte Flusswärmepumpe der Welt. Die Anlage am Rhein soll künftig tausende Haushalte mit Fernwärme versorgen und das dortige Kohlekraftwerk ersetzen. Doch Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) schlägt Alarm: Die Politik der Bundesregierung könnte das Vorhaben durchkreuzen.

Technische Dimension des Projekts

Die Flusswärmepumpe entsteht auf dem Gelände des Mannheimer Kohlekraftwerks am Rhein. Mit einer Leistung von rund 150 Megawatt wird sie die größte ihrer Art weltweit sein. Sie nutzt das Rheinwasser als Wärmequelle und soll ab 2028 zunächst rund 10.000 Haushalte mit klimaneutraler Fernwärme versorgen. Langfristig ist geplant, die Kapazität auf 30.000 Haushalte auszubauen. Die Investitionssumme beträgt etwa 500 Millionen Euro.

Bürgermeister warnt vor politischen Hürden

Oberbürgermeister Specht äußerte sich besorgt über die Rahmenbedingungen: „Wir stehen vor einer Mammutaufgabe, aber die Bundesregierung erschwert uns die Arbeit durch immer neue Auflagen und bürokratische Hürden.“ Er kritisierte insbesondere die unsichere Förderkulisse und die langwierigen Genehmigungsverfahren. „Wenn die Politik nicht nachbessert, wird das Projekt scheitern“, warnte Specht. Die Stadt Mannheim habe bereits 50 Millionen Euro in die Planung investiert.

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Kohleausstieg und Wärmewende

Die Flusswärmepumpe ist ein zentraler Baustein der Mannheimer Wärmewende. Das Kohlekraftwerk, das bisher die Fernwärme liefert, soll bis 2030 vom Netz gehen. Die neue Anlage soll die Versorgung sichern und gleichzeitig die CO₂-Emissionen drastisch senken. Nach Angaben der Stadtwerke Mannheim könnten jährlich bis zu 200.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Das entspricht etwa 15 Prozent der gesamten Emissionen der Stadt.

Kritik an der Bundesregierung

Specht richtete deutliche Kritik an die Bundesregierung: „Die Ampelkoalition redet von Klimaschutz, aber vor Ort fehlt der politische Rückhalt.“ Er forderte eine verlässliche Förderung für Großwärmepumpen und eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. „Wir brauchen klare politische Signale, sonst werden wir die Klimaziele verfehlen“, so der Oberbürgermeister. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte auf Anfrage mit, man prüfe die Förderung, könne aber keine Zusagen machen.

Bedeutung für die Region

Das Projekt hat über Mannheim hinaus Bedeutung. Die Flusswärmepumpe gilt als Pilotprojekt für die Wärmewende in Deutschland. Gelingt sie, könnte sie Vorbild für andere Städte sein, die ihre Fernwärme klimaneutral umstellen wollen. Fachleute sehen in der Technologie einen Schlüssel zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Die Mannheimer Anlage soll zeigen, dass Großwärmepumpen wirtschaftlich und technisch machbar sind.

Ausblick und Risiken

Trotz der Warnungen des Bürgermeisters laufen die Bauarbeiten. Die Stadtwerke planen, die Anlage 2028 in Betrieb zu nehmen. Sollte die Förderung ausbleiben oder sich die Genehmigungsverfahren weiter verzögern, drohen jedoch Verzögerungen. „Wir sind zuversichtlich, aber die Zeit drängt“, sagte ein Sprecher der Stadtwerke. Die Stadt Mannheim hofft auf ein klares Bekenntnis der Politik zur Wärmewende.

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