Ölpreise steigen vor Ablauf der Waffenruhe: Neue Spannungen zwischen USA und Iran belasten Märkte
Die internationalen Ölmärkte reagieren mit deutlichen Preissteigerungen auf die eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Kurz vor dem Ablauf der vereinbarten Waffenruhe zwischen beiden Nationen hat sich die Lage im Persischen Golf erneut zugespitzt, was unmittelbare Auswirkungen auf die Rohölpreise zeigt.
Preisanstieg an den internationalen Märkten
Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni startete die Handelswoche mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar pro Barrel. Damit liegt der Preis aktuell über sieben Prozent höher als noch in der vergangenen Woche. Auch die amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) verzeichnete ähnlich starke Zuwächse. Zum Vergleich: Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch deutlich unter der 70-Dollar-Marke.
Seeblockade in der Straße von Hormus
Für die neuen Spannungen sorgte vor allem ein militärischer Vorfall in der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Die US-Marine griff am Sonntag einen iranischen Frachter an und brachte das Schiff unter ihre Kontrolle. Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas. Das iranische Militär reagierte umgehend mit scharfer Kritik und warf den Vereinigten Staaten „bewaffnete Seepiraterie“ vor. Teheran kündigte eine angemessene Reaktion auf den Vorfall an.
Waffenruhe läuft in Kürze aus
Der Zwischenfall stellt eine erhebliche Belastung für das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Washington und Teheran dar – und das ausgerechnet wenige Tage vor dem Ablauf der vereinbarten Waffenruhe. Diese endet in der Nacht zu Mittwoch nach Mitteleuropäischer Sommerzeit. Zwar plant die amerikanische Seite für heute die Teilnahme an einer zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran gab es jedoch bislang keine offizielle Bestätigung für diese Gespräche.
Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der diplomatischen Bemühungen und die militärische Eskalation im Persischen Golf treiben die Ölpreise weiter nach oben. Marktbeobachter befürchten, dass ein Scheitern der Waffenruhe zu weiteren Preissteigerungen führen könnte, da die Straße von Hormus als eine der wichtigsten Ölhandelsrouten der Welt gilt. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls passiert diese strategische Wasserstraße täglich.



