Ein Flüssiggastanker aus Katar ist Insidern zufolge in der Straße von Hormus durch Beschuss schwer beschädigt worden. Das zur Reederei Nakilat gehörende Schiff „Al Rekayyat“ wurde auf der omanischen Seite der Meerenge getroffen, wie vier Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichten. Im Maschinenraum brach ein Feuer aus, die Besatzung konnte sich jedoch in Sicherheit bringen. Zuvor hatte es Berichte über nächtliche Raketenangriffe der iranischen Revolutionsgarde auf Schiffe in der wichtigen Schifffahrtsstraße gegeben.
Erster Angriff auf LNG-Tanker aus Katar seit Kriegsbeginn
Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass ein mit Flüssigerdgas (LNG) beladener Tanker aus Katar getroffen wird. Katar vermittelt in dem Konflikt und hat gemeinsam mit Pakistan ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Kriegsende ausgehandelt. Der Angriff könnte die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter verschärfen.
Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) bestätigte einen Angriff auf einen Tanker rund acht Seemeilen vor der omanischen Stadt Limah. Das Schiff sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, Verletzte habe es nicht gegeben. Die genaue Ursache des Feuers wird noch untersucht.
Explosionen in Damaskus in der Nähe von Macrons Hotel
In der syrischen Hauptstadt Damaskus sind Sicherheitskreisen zufolge Sprengsätze in der Nähe eines Hotels explodiert, in dem der französische Präsident Emmanuel Macron absteigen sollte. Ein Reuters-Reporter vor Ort hörte Explosionen und berichtete von aufsteigendem Rauch. Die Straßen wurden abgeriegelt. Macron ist der erste führende EU-Politiker, der Damaskus seit dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad besucht. Sein Aufenthalt findet im Vorfeld des Nato-Gipfels in der Türkei statt, an dem Macron teilnimmt. Auch der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wird bei dem Gipfel erwartet.
Iran: Keine Verhandlungen mit USA bei weiteren Drohungen
Der Iran wird nach den Worten von Außenminister Abbas Araghchi keine Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen mit den USA aufnehmen, solange die Drohungen aus Washington andauern. „Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen werden nicht beginnen, wenn die Drohungen anhalten“, schrieb Araghchi auf der Plattform X. Er reagierte damit auf eine Äußerung von US-Präsident Donald Trump, der gedroht hatte, „den Job zu Ende zu bringen“, sollte keine Einigung erzielt werden. Araghchi verwies auf ein im vergangenen Monat unterzeichnetes Zwischenabkommen, in dem sich beide Seiten verpflichtet hatten, auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander zu verzichten.
Iran nimmt Seehandel mit Katar wieder auf
Der Iran hat den Seehandel mit dem Golfemirat Katar nach eigenen Angaben wieder aufgenommen. Der iranische Handelsattaché in Doha, Abbas Abdolchani, sagte gegenüber staatlichen Medien, der Schiffsverkehr zwischen dem iranischen Hafen Dajjer und dem katarischen Hafen Al-Ruwais sei wieder angelaufen. Vorausgegangen sei eine Abstimmung zwischen der iranischen Botschaft in Doha und den katarischen Behörden. Im Zuge des Iran-Kriegs und der faktischen Blockade der Straße von Hormus war der Schiffsverkehr in dem Gebiet stark eingeschränkt worden.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erholt sich langsam
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erholt sich langsam: Am Sonntag passierten sechs Öl- und Gastanker die Meerenge auf der omanischen Küstenroute, die unter US-amerikanischem Schutz steht. Einen Tag zuvor hatten mindestens acht Schiffe auf dieser Strecke noch unerklärte Kehrtwenden vollzogen – vier von ihnen wichen anschließend auf die iranische Route aus. Westliche Marineverbände warnen weiterhin vor einem „erheblichen“ Bedrohungsrisiko und gehen davon aus, dass die Mitte der Straße vermint ist. Das Bild bleibt unübersichtlich: Zahlreiche Tanker fahren mit abgeschalteten Transpondern, um dem iranischen Militär nicht aufzufallen. Laut dem Datenanbieter Kpler passierten am Samstag zwar 19 Schiffe die Straße von Hormus in beide Richtungen, doch nur eines signalisierte offen seinen Kurs entlang der omanischen Küste. Der Iran besteht darauf, dass Schiffe ausschließlich die von Teheran genehmigte Route nutzen dürfen – und hat bereits Schiffe beschossen, die sich nicht daran hielten.
Paris und London wollen Straße von Hormus mit Oman absichern
Nach der iranischen Ablehnung einer internationalen Marinemission in der Straße von Hormus wollen Frankreich und Großbritannien mit dem Oman eine sichere Schifffahrt durch die Meerenge gewährleisten. „Das Sultanat Oman hat sich bereit erklärt, mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der Schifffahrt in seinen Hoheitsgewässern zu gewährleisten“, teilten Paris und London in einer gemeinsamen Erklärung mit. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einer „positiven Entwicklung“ nach „konstruktiven Gesprächen“ mit dem Sultan von Oman. Der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ kehre in seinen Heimathafen Toulon zurück, während die französischen Minenräumkräfte und ihre Eskorte weiterhin vor Ort bereitstünden.
Trauerfeiern für Chamenei: Iran warnt vor Angriffen
Der Iran hat kurz vor Beginn der Trauerfeiern für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei zahlreiche Staatsgäste empfangen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte Regierungsvertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan in Teheran. An diesem Samstag beginnen die offiziellen Trauerfeierlichkeiten, zu denen mehrere Millionen Menschen erwartet werden. Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz getötet worden. Der Iran droht den USA und Israel mit Vergeltung für den Fall von Angriffen während des Staatsbegräbnisses. „Wir warnen die Feinde des Iran, insbesondere die USA und das zionistische Regime, vor jeglicher Fehleinschätzung“, erklärte Ali Abdollahi, Kommandeur des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija. Die Trauerprozessionen sollen am 9. Juli mit seiner Beisetzung in seiner Heimatstadt Maschhad enden.



