Binance droht EU-Marktausstieg: MiCA-Frist läuft am 1. Juli ab
Binance: MiCA-Frist läuft am 1. Juli ab – Was nun?

Am 1. Juli 2026 läuft die Übergangsfrist unter der EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) ab. Ab dann benötigen Kryptobörsen eine offizielle Zulassung, um Kunden in der Europäischen Union zu bedienen. Die weltgrößte Kryptoplattform Binance hat diese Erlaubnis noch nicht – mit möglichen Konsequenzen für zahlreiche Anleger in Deutschland.

Binance-Antrag in Griechenland gescheitert

Binance hatte seinen Antrag auf eine MiCA-Lizenz in Griechenland zurückgezogen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung an europäische Nutzer erklärte. Offiziell begründete Binance den Schritt mit Verzögerungen im Zeitplan. Doch einer Exklusiv-Recherche von Reuters zufolge ist der Antrag tatsächlich gescheitert. Europäische Aufseher hätten Vorbehalte gehabt, unter anderem wegen früherer Geldwäsche-Strafen, der internationalen Unternehmensstruktur und der Compliance-Historie.

Gillian Lynch, Europas-Chefin von Binance, bestätigte gegenüber Reuters, dass der Antrag gescheitert sei, ohne die genauen Gründe zu nennen. Auch in Lettland und Irland sei Binance auf Widerstand gestoßen, berichtete Reuters unter Berufung auf anonyme Insider. Binance selbst erklärte dagegen, den Antrag nur in Griechenland eingereicht zu haben.

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ESMA fordert geordneten Rückzug nicht lizenzierter Anbieter

Die europäische Finanzaufsicht ESMA hat klargestellt, was Kryptoanbietern ohne MiCA-Erlaubnis droht: Sie müssen ihre Aktivitäten in der EU geordnet herunterfahren. Dazu gehört, keine neuen EU-Kunden mehr aufzunehmen, keine neuen Kundenbeziehungen zu eröffnen und Werbung einzustellen. Bestehende Dienstleistungen sind nur noch erlaubt, soweit sie für den Verkauf oder die Übertragung von Kryptowerten, die Umschichtung von Vermögenswerten oder das Schließen von Positionen notwendig sind. Auch die Verwahrung von Kryptowerten ist nur noch bis zum vollständigen Ausstieg möglich.

Für Binance-Nutzer in Deutschland und Europa bedeutet das: Sie könnten keine neuen Geschäfte mehr über die Plattform abschließen. Einschränkungen bei Einzahlungen, Handel, Werbung oder Neukundenregistrierungen sind denkbar. Binance selbst hat bislang keine detaillierte Liste möglicher Einschränkungen veröffentlicht.

Binance beruhigt Nutzer – will in anderem EU-Land Lizenz beantragen

Binance betont, sich nicht vom europäischen Markt zurückziehen zu wollen. In den kommenden Monaten wolle das Unternehmen eine Zulassung in einem anderen EU-Mitgliedstaat erhalten. In der jüngsten Mitteilung heißt es: „Wir haben diese Entscheidung nach reiflicher Überlegung bezüglich des Ablaufs und Zeitplans in Griechenland getroffen. Das Interesse unserer Nutzer steht für uns dabei an erster Stelle.“ Die Gelder der Nutzer seien sicher und blieben zugänglich. Binance kontaktiere alle EU-Kunden direkt und erkläre, wann und wie sie handeln müssten und welche Fristen gelten.

Die ESMA rät Kunden von Krypto-Dienstleistern grundsätzlich, den Regulierungsstatus ihres Anbieters zu prüfen. Wer mit einem nicht zugelassenen Anbieter arbeite, solle zügig handeln und gegebenenfalls prüfen, ob eine Übertragung zu einem lizenzierten Anbieter oder in eine eigene Wallet infrage komme.

Fazit: Abwarten für Binance-Nutzer in Deutschland

Für Binance-Nutzer in Deutschland heißt es nun abwarten und aufmerksam bleiben. Noch ist nicht klar, wie stark Binance seine Dienste in Deutschland und Europa tatsächlich einschränken muss. Sicher ist aber: Die Zeit für die Zulassung rennt dem Kryptodienstleister davon.

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