Die Schufa hat ihren neuen Score, der seit Mitte März gilt, bereits nach 100 Tagen angepasst. Grund sind Hinweise von Verbrauchern auf Ungenauigkeiten bei der Adresserfassung. Insgesamt ändert sich bei 755.000 Personen der Score, wobei sich drei Viertel verbessern und damit kreditwürdiger werden.
Neuer Score bringt mehr Transparenz
Seit dem 15. März 2026 berechnet die Schufa die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern nach einem neuen Verfahren. Der Score basiert auf zwölf Kriterien, die von Schufa-Statistikern als besonders aussagekräftig ermittelt wurden. Für jedes Kriterium gibt es Punkte, die Summe ergibt den Score zwischen 100 und 999 Punkten. Bei Zahlungsausfall gibt es keinen Score.
„Wir sind sehr zufrieden mit den ersten 100 Tagen des neuen Schufa-Scores und freuen uns über die positive Resonanz“, sagt Schufa-Chefin Tanja Birkholz. „Die 1,3 Millionen neu gewonnenen Nutzerinnen und Nutzer haben unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Diese haben sich seit März kostenlos bei der Schufa oder der Tochter Bonify angemeldet oder ein Schufa-Abo abgeschlossen.
Adressprobleme führten zu Verzerrungen
Ein Kriterium des neuen Scores ist das Alter der letzten Adresse. Statistisch gesehen haben Personen, die erst vor Kurzem umgezogen sind, ein höheres Risiko für Zahlungsprobleme. Die Schufa erhält Adressdaten von ihren Firmenkunden, nicht von Meldebehörden. Wenn sich die übermittelte Adresse von der gespeicherten unterscheidet – etwa durch eine andere Hausnummer bei einer Paketlieferung an den Nachbarn – wird die Adresse aktualisiert. Dies kann fälschlich wie ein Umzug wirken und den Score negativ beeinflussen.
Aufgrund von Kundenbeschwerden ändert die Schufa nun schrittweise die Speicherlogik, auch rückwirkend. Betroffen sind wechselnde Hausnummern und Kurzzeitumzüge. Bei insgesamt 755.000 Personen ändert sich der Score, bei drei Vierteln verbessert er sich.
Schufa bearbeitet täglich 350.000 Anfragen
Die Schufa speichert Daten von rund 69 Millionen Bundesbürgern und 6,6 Millionen Unternehmen. Pro Tag bearbeitet sie rund 350.000 Anfragen. Derzeit nutzen bereits mehr als ein Viertel der 11.000 Schufa-Firmenkunden den neuen Score, darunter 14 der 100 wichtigsten. Bis Jahresende sollen rund die Hälfte aller Firmenkunden und 25 der Top 100 umgestellt sein.
„Das Feedback zur neu geschaffenen Transparenz werden wir nutzen, um unsere eigenen Prozesse kontinuierlich zu verbessern“, sagt Birkholz. Die Schufa verspricht maximale Transparenz: Jeder kann genau sehen, wie sich der persönliche Score berechnet und die Auskunftei auf Fehler hinweisen.



