Sechs Angeklagte, darunter fünf Familienmitglieder, müssen sich seit heute vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, mit einem Netzwerk aus Schein- und Abdeckrechnungen in großem Stil Geld gewaschen zu haben. Die Gruppe soll insgesamt rund zwölf Millionen Euro erlangt haben.
Die Angeklagten und die Vorwürfe
Angeklagt sind ein 53-jähriger Mann, seine Ehefrau, ihre beiden 26-jährigen Söhne, der jüngere Bruder des 53-Jährigen sowie ein weiterer 26-Jähriger. Mehreren von ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Die Anklage wirft ihnen vor, gewerblich Abdeck- und Scheinrechnungen verkauft zu haben. „Ein Geschäftsfeld war es, Leistungen zur Verschleierung von Schwarzarbeit und zur Ermöglichung von Steuerhinterziehung anzubieten“, heißt es in der Anklageschrift.
So funktionierte der Schwarzgeldkreislauf
Gewerbetreibende sollen auf Bestellung mit Scheinrechnungen für angebliche Subunternehmerarbeiten sowie Barquittungen versorgt worden sein. Die Abnehmer konnten die fiktiven Rechnungssummen auf Konten mehrerer Servicegesellschaften überweisen. Die überwiesenen Gelder wurden ihnen dann abzüglich einer Provision zurückerstattet. Von Januar 2021 bis Dezember 2025 stellte die Gruppe Scheinrechnungen im Wert von insgesamt rund 174 Millionen Euro aus. Ziel war die Schaffung eines Schwarzgeldkreislaufs, um Sozialabgaben und Steuern zu umgehen.
Weitere Straftaten und Haft
Neben Geldwäsche wird den Angeklagten unter anderem Beihilfe zum Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen. Vier der Männer befinden sich seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Ob sich die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn zunächst offen.
Prozessverlauf
Der Prozess ist bislang mit 28 weiteren Verhandlungstagen bis Ende Oktober terminiert.



