Kommentar: VW vor der letzten Ausfahrt – 50.000 Jobs zusätzlich bedroht
VW vor der letzten Ausfahrt – 50.000 Jobs bedroht

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs drastisch: Weitere 50.000 Arbeitsplätze sollen im Rahmen des neuen „Zielbild 2030“ wegfallen. Dies bestätigte ein Konzernsprecher am Freitag. „Die Welt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt“, erklärte er. „Um unter diesen Rahmenbedingungen weiter erfolgreich zu bleiben, müssen wir uns weiterentwickeln.“

Bittere Einsicht: Zielbild 2030 statt Zielbild 2020

Das Bittere an dieser Ankündigung: Die Einsicht in die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Umbaus kommt viel zu spät. Sie hätte bereits ins „Zielbild 2020“ gehört. Stattdessen wurde jahrelang an veralteten Strategien festgehalten. Nun müssen die Arbeitnehmer die Zeche zahlen, die für die Fehler des Managements nichts können.

Keine Alternative zum Sanierungsplan

Noch bitterer ist, dass es zu diesem Sanierungsplan keine Alternative gibt. Die Lage ist so ernst, dass ein radikales Umsteuern die letzte Rettungsausfahrt für den Konzern darstellt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, reden wir bald nicht mehr nur über die Schließung einzelner Werke“, warnt ein Insider. Der Druck auf den Vorstand wächst, aber auch die Belegschaft muss sich auf harte Einschnitte einstellen.

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Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, da die deutsche Autoindustrie ohnehin unter Druck steht. Hohe Energiekosten, die Transformation zur Elektromobilität und der Wettbewerb aus China setzen die Hersteller massiv unter Zugzwang. VW hatte bereits im vergangenen Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, das den Abbau von mehreren tausend Stellen vorsah. Nun folgt die nächste Eskalationsstufe.

Auswirkungen auf die Belegschaft

Für die Beschäftigten bedeutet der Stellenabbau eine enorme Unsicherheit. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2030 zwar ausgeschlossen, doch die Streichung von 50.000 Stellen wird vor allem über Abfindungen, Vorruhestand und Nichtbesetzung freiwerdender Positionen erfolgen. Besonders betroffen sind die Bereiche Verwaltung und Entwicklung.

Die Gewerkschaften zeigen sich entsetzt. „Wir werden nicht zulassen, dass die Belegschaft für die Fehler des Managements büßt“, kündigt ein IG-Metall-Vertreter an. Doch angesichts der wirtschaftlichen Zwänge dürften die Spielräume für Widerstand begrenzt sein. VW steht vor der Wahl: Entweder gelingt die radikale Sanierung, oder das Unternehmen gerät in eine noch tiefere Krise.

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