Spritpreise schießen nach 12 Uhr deutlich in die Höhe
Berlin – Für Autofahrer gibt es keine Entwarnung an den Zapfsäulen. Nach einem kurzen Rückgang in den vergangenen Tagen sind die Spritpreise am Sonntag wieder deutlich gestiegen. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Preisen vor und nach 12 Uhr.
Preisunterschiede von bis zu 11 Cent pro Liter
Um 11.50 Uhr kostete Superbenzin am Sonntag noch 2,09 Euro pro Liter, Super E10 2,03 Euro und Diesel 2,13 Euro. Doch nach 12 Uhr schnellten die Preise um bis zu 11 Cent pro Liter nach oben. Im Durchschnitt lag Super dann bei 2,19 Euro, Super E10 bei 2,13 Euro und Diesel bei 2,24 Euro.
Damit bleiben die Preise auf dem Niveau des Vortags, lediglich Super E10 ist um 1 Cent günstiger geworden. Für Autofahrer bedeutet dies: Der Zeitpunkt des Tankens ist entscheidend. Wer vor 12 Uhr tankt, kann erhebliche Einsparungen erzielen.
Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise
Hinter den Preisschwankungen stehen geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten. Am Freitag war der Ölpreis zunächst um gut 10 Prozent gefallen, nachdem der iranische Außenminister Abbas Araghtschi die Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe angekündigt hatte.
Der Preis für ein Barrel Nordseeöl Brent fiel um etwa 8 Prozent auf 90,38 Dollar, während die US-Referenzsorte WTI sogar um 11,45 Prozent auf 83,85 Dollar pro Barrel sank. Doch diese Entspannung war nur von kurzer Dauer.
Iran vollzieht Kehrtwende
Bereits einen Tag nach der Öffnungsankündigung hat der Iran eine vollständige Kehrtwende vollzogen. Die Straße von Hormus ist wieder geschlossen, das Militär hat die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge erneut übernommen.
Als Begründung nannte Teheran die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA. Diese Entwicklung hat auch die Hoffnungen auf erfolgreiche Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA deutlich gedämpft.
Experte warnt vor unruhiger Woche
„Es wird wieder eine unruhige Woche für Autofahrer“, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Der Ökonom betont, dass sich die Spritpreise derzeit maßgeblich im Nahen Osten entscheiden.
Brzeski erklärt: „Nicht nur, dass die Straße von Hormus jetzt doch wieder geschlossen ist, die Hoffnung auf erfolgreiche Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA haben auch einen enormen Dämpfer erhalten.“
Weitere Preiserhöhungen erwartet
Der Experte gibt eine bittere Prognose ab: „Nach der Entspannung zum Wochenende wird es zum Wochenanfang wieder nach oben gehen. Ein Anstieg von 5 Cent in den kommenden Tagen würde mich nicht überraschen.“
Für Autofahrer bleibt damit nur die Möglichkeit, Tankstellen gezielt zu vergleichen und möglichst vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr zu tanken. Spezielle Vergleichsportale können dabei helfen, die günstigsten Preise in der Umgebung zu finden.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich, wie anfällig die Spritpreise für geopolitische Entwicklungen sind. Solange die Spannungen im Nahen Osten anhalten, müssen Autofahrer mit weiterhin volatilen Preisen rechnen.



