Der frühere Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, hat in einem Interview mit t-online über die verpassten Verpflichtungen von Ousmane Dembélé und Désiré Doué gesprochen. Beide Spieler stehen aktuell bei Paris Saint-Germain unter Vertrag und treffen am Dienstagabend im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf die Münchner.
Dembélé: Dortmund war dank Puma im Vorteil
Rummenigge erklärte, dass der FC Bayern großes Interesse an Ousmane Dembélé hatte, als dieser noch bei Stade Rennes spielte. „Wir und vor allem unser damaliger Sportdirektor Michael Reschke wollten ihn unbedingt verpflichten, aber leider ist uns damals Dortmund zuvorgekommen“, so Rummenigge. Der Grund: Die Besitzer von Rennes waren gleichzeitig die Eigentümer von Puma, und Borussia Dortmund hatte zu jener Zeit einen Ausrüstervertrag mit Puma. „Als Adidas-Klub waren wir da nicht unbedingt präferiert zum Zug gekommen“, fügte Rummenigge hinzu. Der 70-Jährige lobte Dembélé dennoch: „Das war ein wunderbarer Spieler, aber wie man gesehen hat, ist er bei Dortmund auch schnell wieder Richtung Barcelona abgewandert. Er ist ohne Frage ein sehr guter Spieler, der aber auch gut geführt werden muss.“ Dembélé wechselte im Sommer 2016 zum BVB und bereits ein Jahr später zum FC Barcelona, wo er bis 2023 blieb.
Doué: Kein Veto des Aufsichtsrats
Auch zu Désiré Doué, der im Sommer 2024 von Rennes zu PSG wechselte, äußerte sich Rummenigge. Die Bayern hätten ihn „gerne verpflichtet, er hätte uns sehr gut zu Gesicht gestanden. Aber er hat sich für Paris entschieden, weil er in seiner französischen Heimat bleiben wollte.“ Rummenigge wies zudem Spekulationen zurück, wonach ein Veto des Aufsichtsrats den Transfer verhindert habe. „Wer so etwas erzählt, erzählt Märchen. Der Spieler hätte auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis mit Ablöse und Gehalt gut zu uns gepasst“, stellte er klar. Das Aufsichtsratsmitglied betonte, dass es im Fußballgeschäft normal sei, nicht immer den Zuschlag zu bekommen. „Wir werden auch in der Zukunft mal den ein oder anderen Spieler nicht kriegen, weil woanders vielleicht mehr Geld gezahlt wird. Das muss man akzeptieren und ist Teil des Geschäfts. Wie man sieht, können trotzdem sowohl Paris als auch wir sehr ordentlich damit leben.“
Am Dienstagabend (21 Uhr im LIVETICKER) treffen Doué und Dembélé mit PSG im Halbfinal-Hinspiel der Champions League auf den FC Bayern. Das Rückspiel findet in der kommenden Woche in München statt.



