Porsche SE kämpft mit Absatzflaute und Verbrenner-Comeback: Gewinneinbruch bei VW-Dachgesellschaft
Porsche SE: Gewinneinbruch durch Schwäche von VW und Porsche

Porsche SE verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang durch Beteiligungsschwächen

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE hat im vergangenen Jahr die schwierige Lage ihrer Kernbeteiligungen deutlich zu spüren bekommen. Das um Wertberichtigungen angepasste Ergebnis nach Steuern sank 2025 um gut acht Prozent auf 2,89 Milliarden Euro, wie die Holding mit Sitz in Stuttgart nun mitteilte. Im Vorjahr 2024 hatte der angepasste Gewinn noch bei 3,15 Milliarden Euro gelegen. Damit erreicht das Unternehmen zwar das obere Ende seiner zuvor bereits gesenkten Erwartungen, doch die Entwicklung zeigt klare Belastungen.

Geopolitische Herausforderungen und strategische Kehrtwende belasten

Die Probleme bei den beiden Hauptbeteiligungen Volkswagen und Porsche AG haben die Dachgesellschaft schwer getroffen. Sowohl der Volkswagen-Konzern als auch der Sportwagenbauer mit dem Familiennamen kämpften 2025 mit geopolitischen Herausforderungen, den US-Zöllen und einem verschärften Wettbewerbsumfeld. Bei Porsche kostete insbesondere die strategische Kehrtwende bei Elektroautos mehrere Milliarden Euro. Der Gewinn beider Unternehmen brach daraufhin deutlich ein, was sich direkt auf die Porsche SE auswirkte.

Das angepasste Ergebnis stellt eine zentrale Steuerungsgröße des Porsche-SE-Managements dar, bei der vor allem Wertberichtigungen ausgeklammert werden. Unter dem Strich lag der tatsächliche Gewinn 2025 bei 2,65 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2024 hatte die Holding wegen hoher Abschreibungen auf die Beteiligungen an Volkswagen und Porsche sogar einen Verlust von gut 20 Milliarden Euro verbuchen müssen.

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Konsequenzen für die Eigentümerfamilien und Sparmaßnahmen

In der Porsche SE bündeln die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ihre Anteile am Volkswagen-Konzern und dem Sport- und Geländewagenbauer Porsche AG. Die aktuellen Entwicklungen haben somit direkte Folgen für diese Familien. Bereits 2025 hatten sie angekündigt, künftig stärker vom Verteidigungs- und Sicherheitssektor profitieren zu wollen, was auf eine Diversifizierungsstrategie hindeutet.

Sowohl Volkswagen als auch die Tochter Porsche müssen nun konsequent sparen. Bis zum Jahr 2030 sollen im gesamten Konzern insgesamt 50.000 Stellen wegfallen. Vorstandschef Hans Dieter Pötsch betonte in diesem Zusammenhang: „Wir haben die klare Erwartungshaltung an das Management sowohl der Volkswagen AG als auch der Porsche AG, dass sie die herausfordernde Situation als Chance betrachten, die strategischen Anpassungen umzusetzen.“

Schuldenentwicklung und Ausblick für 2026

Die Nettoverschuldung der Porsche SE lag Ende 2025 bei 5,1 Milliarden Euro und damit etwas niedriger als ein Jahr zuvor. Über die Holding hatten sich die Familien 2022 beim Börsengang der Porsche AG 25 Prozent plus einer Aktie der Stammaktien gesichert, dafür aber Schulden in Milliardenhöhe aufgenommen.

Für das laufende Jahr 2026 geht das Management um Pötsch von einem angepassten Ergebnis nach Steuern zwischen 1,5 und 3,5 Milliarden Euro aus. Die Schulden sollen voraussichtlich zwischen 4,7 und 5,2 Milliarden Euro liegen. Die Absatzflaute in China und das unerwartete Comeback von Verbrennern stellen weiterhin erhebliche Herausforderungen dar, die die Turbulenzen beim Sportwagenbauer Porsche und damit auch die Konzernmutter Volkswagen belasten.

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