IG Metall mobilisiert für Rettung des ACC-Batteriezellenwerks in Kaiserslautern
Die IG Metall hat sich entschlossen, einen entschlossenen Kampf für die Realisierung des Batteriezellenwerks des Unternehmens ACC in Kaiserslautern zu führen. Trotz der jüngsten Absage des Konzerns, die Investitionen für diesen Standort sowie ein weiteres Werk in Italien zu stoppen, hält die Gewerkschaft an der Vision fest. Jörg Köhlinger, Vorsitzender des Gewerkschaftsbezirks Mitte, betont: „Es gibt bundesweit keinen besseren Standort, wenn man Batteriezellenproduktion wirklich will.“ Seine Argumentation stützt sich auf mehrere Schlüsselfaktoren, die Kaiserslautern als idealen Ort für dieses Vorhaben auszeichnen.
Standortvorteile und geplante Maßnahmen
Der Standort in der Pfalz bietet laut Köhlinger einen voll erschlossenen Bereich auf dem früheren Opel-Gelände, bereits zugesagte Fördermittel und eine hochqualifizierte Belegschaft, die durch einen ausgehandelten Tarifvertrag abgesichert ist. Ursprünglich sollten hier rund 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen, was die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts unterstreicht. Die IG Metall pocht darauf, dass das vorgesehene Grundstück keinesfalls weiterverkauft werden darf. Stattdessen will die Gewerkschaft einen „Brückenkopf“ halten und intensive Gespräche mit der Politik sowie den Anteilseignern von ACC führen.
Zu den Anteilseignern gehören die Autohersteller Stellantis und Mercedes-Benz sowie der französische Energiekonzern TotalEnergies. Köhlinger zielt darauf ab, eine „Koalition der Willigen und Fähigen“ zu bilden, um das Projekt wiederzubeleben. Hintergrund der Konzern-Absage sind die anhaltend schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa und den USA sowie die dadurch verschärfte Krise bei Stellantis, der Muttergesellschaft von Opel.
Größere Herausforderungen in der Autoindustrie
Die IG Metall warnt vor den Risiken, die mit einer Abhängigkeit von externen Zulieferern verbunden sind, und betont die Notwendigkeit widerstandsfähiger Lieferketten. Gleichzeitig sieht die Gewerkschaft den gesamten Bezirk Mitte, der Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen umfasst, hart vom strukturellen Wandel der Autoindustrie getroffen. Laut einer Betriebsräteumfrage wurden im Organisationsbereich des Bezirks im vergangenen Jahr mehr als 22.000 Arbeitsplätze abgebaut, wovon knapp 11.900 auf die Automobilindustrie und ihre Zulieferer entfielen. Besonders betroffen ist das Saarland mit den anteilig meisten Arbeitsplatzverlusten.
Darüber hinaus fordert Köhlinger dringend ein Nachfolgemodell für den derzeit in Rüsselsheim produzierten Astra, um die Zukunft der deutschen Opel-Tochter zu sichern. Die IG Metall positioniert sich damit als aktiver Verteidiger von Arbeitsplätzen und regionaler Wirtschaftskraft in einer Zeit des Umbruchs.



