Ex-Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher steht vor einem Wechsel nach Polen. Der 55-Jährige soll Sportdirektor des polnischen Skiverbandes werden. Allerdings gibt es derzeit ein Hindernis, das die Entscheidung verzögert.
Wahl des Verbandspräsidenten als Knackpunkt
Schon seit Wochen wird über einen Wechsel von Horngacher nach Polen spekuliert. Nun bestätigte Vorstandsmitglied Rafal Kot im Gespräch mit Interia Sport: „Wir wollen Stefan Horngacher.“ Allerdings schränkte er ein: „Es ist nicht so, dass wir ihn nicht wollen, aber wir wollen ihn nicht zu diesem Zeitpunkt.“
Der Grund für die Verzögerung ist die anstehende Wahl des neuen Verbandspräsidenten. Laut sport.pl wird am 13. Juni Apoloniusz Tajner voraussichtlich zum neuen Chef des polnischen Ski-Verbandes gewählt. Gegenkandidaten gibt es offenbar nicht. Tajner möchte zunächst die Frage nach einem neuen Cheftrainer klären, bevor er über die Besetzung des Sportdirektor-Postens entscheidet.
Horngacher zeigt weiterhin Interesse
Trotz der Verzögerung signalisiert Horngacher weiterhin Interesse an dem Posten. Kot erklärte: „Er will eine Einigung mit uns erzielen.“ Konkrete Details zu den Gesprächen wollte er jedoch nicht preisgeben: „Solche Gespräche leben von der Verschwiegenheit. Dieser ganze Medienrummel, der entfesselt wurde, ist sinnlos und nicht hilfreich.“
Der Wechsel an der Verbandsspitze ist auch deshalb relevant, weil der bisherige Präsident Adam Malysz intensiv an einer Verpflichtung Horngachers gearbeitet hat. Obwohl sich mit Adam Fickowski ein Vorstandsmitglied offen gegen den Ex-DSV-Coach ausgesprochen hat, soll sich Horngacher laut Malysz bereits mit der Vorbereitung auf die kommende Saison befassen.
Hintergrund: Horngachers Karriere
Stefan Horngacher war bis zum Ende der abgelaufenen Saison Bundestrainer der deutschen Skispringer. Unter seiner Leitung feierte das deutsche Team zahlreiche Erfolge. Nun steht ein neues Kapitel in Polen bevor, sobald die internen Verbandsfragen geklärt sind.



