Vorwürfe gegen Rockstar Games: Unfaire Bezahlung und Zwang zu Überstunden bei GTA 6
GTA 6: Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen Rockstar Games

Wenige Monate vor der heiß erwarteten Veröffentlichung von „Grand Theft Auto VI“ gerät Entwickler Rockstar Games ins Kreuzfeuer. Das Studio dürfte mit dem Game Milliarden umsetzen – doch ausgerechnet jetzt gibt es offenbar Ärger hinter den Kulissen. Es gehe um unfaire Bezahlung, Zwang zu Überstunden und ein Bonussystem, das Mitarbeiter unter Druck setzen soll.

Anonyme Mitarbeiter berichten von Ungerechtigkeiten

Drei anonyme Beschäftigte aus Großbritannien schildern ihre Erfahrungen dem Branchenportal Game Developer. Demnach gebe es bis heute Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen. Beförderungen seien schwer nachvollziehbar, Gehälter wenig transparent. Besonders umstritten: Bonuszahlungen. „Mal fällt der Bonus üppig aus, oft ist er aber enttäuschend – und am Ende verdient man deutlich weniger als erwartet“, heißt es. Viele könnten so nicht planen, wie viel Geld am Monatsende bleibt.

Crunch-Kultur vertraglich festgeschrieben?

Hinzu kommt der Vorwurf der sogenannten „Crunch“-Kultur. In der Gamingbranche bezeichnet „Crunch“ Phasen mit extrem vielen Überstunden und intensiver Arbeit, häufig kurz vor der Veröffentlichung eines Spiels. Laut den Mitarbeitern sei diese Mehrarbeit inzwischen sogar vertraglich festgeschrieben. Wer bei Rockstar arbeitet, müsste demnach schriftlich auf den gesetzlichen Schutz vor überlangen Arbeitszeiten verzichten.

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Gewerkschaftsbildung und Konflikt um Entlassungen

Die Kritik kommt nicht zufällig gerade jetzt. Die Beschäftigten organisieren sich in einer Gewerkschaft und fordern unter anderem mehr Gehaltstransparenz, fairere Arbeitsbedingungen und ein Ende der übermäßigen Überstunden. Hintergrund ist auch ein seit Monaten schwelender Konflikt um die Entlassung von mehr als 30 Mitarbeitern. Gewerkschaft und Betroffene sehen darin ein Vorgehen gegen die Arbeitnehmervertretung. Rockstar weist diesen Vorwurf zurück: Die Angestellten hätten stattdessen vertrauliche Informationen verbreitet.

Reaktion des Mutterkonzerns

Rockstars Mutterkonzern Take-Two Interactive erklärte gegenüber Game Developer, man lege großen Wert auf ein respektvolles Arbeitsumfeld und attraktive Leistungen für Beschäftigte. Man habe die Forderungen der Gewerkschaft erhalten und sei bereit, Gespräche aufzunehmen. Ob sich der Streit vor dem Verkaufsstart von „GTA 6“ noch entschärfen lässt, bleibt offen.

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