Der Trainerwechsel-Effekt beim 1. FC Union Berlin ist verpufft. Nach dem schmeichelhaften 1:3 in Leipzig steht fest: Der Klub steckt mitten im Abstiegskampf. Die Euphorie um die Verpflichtung von Trainerin Marie-Louise Eta (34) ist der Ernüchterung gewichen. Sport-Boss Horst Heldt (56) und Präsident Dirk Zingler (61) hatten einen klaren Fünf-Spiele-Plan. Eine externe Lösung kam nicht infrage, Eta war die interne Hoffnung. Der Verein wird den Weg mit ihr bis Saisonende gehen, auch wenn der Trainerinnen-Effekt zunächst verpufft ist.
Kaderprobleme belasten die Mannschaft
Eta versucht, die sportliche Wende zu schaffen, doch das Hauptproblem liegt im Kader. Die Mannschaft wirkt verunsichert: fünf Spiele in Folge ohne Sieg, nur zwei Erfolge aus den letzten 15 Partien. Anders als Vorgänger Steffen Baumgart setzt Eta auf einen spielerischen Ansatz mit Ballbesitz. Die Idee ist nachvollziehbar, doch der Mannschaft fehlen Zeit und Qualität. Für den Saison-Endspurt könnte der klassische Union-Stil – lange Bälle, intensive Zweikämpfe, zweite Bälle – besser funktionieren. Hier ist schnelles Umdenken gefragt.
Leistungsträger außer Form
Leistungsträger wie Leopold Querfeld (22) oder Rani Khedira (32) sind außer Form und leisten sich dicke Patzer, die zu Gegentoren führen. Da spielt es keine Rolle, wer an der Seitenlinie steht. Beim Eta-Debüt gegen schwache Wolfsburger erspielte sich Union noch 27 Torschüsse – ein Vereinsrekord. Gegen Leipzig gab es bis zur Pause keinen Abschluss. Die erwarteten Tore von 0,18 zu 4,19 zeigen die deutliche Unterlegenheit.
Eta selbst gibt sich kämpferisch: „Wir hatten gute Ballgewinne, haben daraus aber zu wenig gemacht. Uns hat der Mut im Ballbesitz gefehlt.“ Der Vorsprung auf den Relegationsrang könnte am Wochenende schrumpfen. Am Samstag empfängt Union den 1. FC Köln – spätestens da müssen Punkte her.



