Der chinesische Konzern Ningbo Cixing Co., Ltd. hat die Marke Stoll sowie ausgewählte Vermögenswerte des insolventen Strickmaschinenbauers aus Reutlingen übernommen. Das gab die Karl Mayer Gruppe bekannt, die Stoll 2020 gekauft und im Oktober 2025 geschlossen hatte.
Details der Übernahme
Die Karl Mayer Gruppe teilte mit: „Der vorgesehene Umfang umfasst unter anderem die Marke Stoll, ausgewählte Materialbestände sowie spezifische technologische Assets.“ Unternehmenssprecherin Ulrike Schlenker bestätigte gegenüber BILD, dass auch „ausgewählte Immobilien in Reutlingen“ an Cixing verkauft wurden. Was die neuen Eigentümer mit den Gebäuden vorhaben, ist bislang unklar.
Hintergrund des Unternehmens
Die H. Stoll AG & Co. KG wurde 1873 gegründet und war einst Weltmarktführer für Flachstrickmaschinen. Das Unternehmen hielt zahlreiche Patente, darunter die erste sogenannte Links-Links-Flachstrickmaschine, die 1893 auf der Weltausstellung in Chicago vorgestellt wurde. Stoll war bekannt für seine „knit and wear“-Maschinen, die mehrere Arbeitsschritte wie Stricken und Vernähen vereinten.
Die Billigkonkurrenz aus China setzte dem Unternehmen jedoch stark zu. Bereits 2020 hatte die Karl Mayer Gruppe aus Obertshausen (Hessen) Stoll übernommen, nachdem das Unternehmen Verluste gemacht hatte. Die Stuttgarter Zeitung berichtete damals, Stoll habe unter der Billigkonkurrenz aus China gelitten.
Neue Eigentümer: Ningbo Cixing
Die Ningbo Cixing Co., Ltd. gehört zur Cixing-Gruppe mit Sitz in der ostchinesischen Provinz Zhejiang. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge mehr als 1600 Mitarbeiter und zählt zu den weltweit größten Herstellern von Strickmaschinen, insbesondere für Pullover.
In der zweiten Jahreshälfte ist die „Überleitung der Betreuung installierter Maschinen an die CIXING Group vorgesehen“, so die Karl Mayer Gruppe. Ein Verkaufspreis wurde nicht genannt.
Auswirkungen auf den Standort Reutlingen
Die Zukunft der Immobilien in Reutlingen bleibt offen. Die Karl Mayer Gruppe hatte sich strategisch neu ausgerichtet, unter anderem hin zu Maschinen für technische Stoffe in der Autoindustrie, etwa für Fahrzeugsitze, Airbags und Dachhimmel. Der Verkauf der Marke Stoll an Cixing ist Teil dieser Neuausrichtung.



