Nach sechs Wochen Rucksackreise durch Kolumbien hat TRAVELBOOK-Autorin Julia Mähl klare Erkenntnisse gewonnen: Bestimmte Verhaltensweisen, die in Deutschland völlig normal sind, können in Kolumbien schnell zu Problemen führen. Im Folgenden verrät sie, was Reisende unbedingt vermeiden sollten.
Handy in der Hand: Ein gefährlicher Fehler
An erster Stelle steht für Mähl die Nutzung des Smartphones im öffentlichen Raum. „Zu Hause ist es völlig normal, unterwegs schnell Google Maps zu öffnen oder mit dem Smartphone am Ohr durch die Straßen zu gehen. In Kolumbien habe ich gelernt, dass genau das keine gute Idee ist“, schreibt sie. Wer abgelenkt ist, mache es Dieben leichter. Deshalb habe sie sich die Wege möglichst eingeprägt und ihr Handy nur dann aus der Tasche geholt, wenn sie es wirklich brauchte. Diese Vorsichtsmaßnahme reduzierte das Risiko eines Diebstahls erheblich.
Taxis: Nicht einfach einsteigen
Ähnlich vorsichtig war Mähl bei der Wahl ihrer Fortbewegungsmittel. Obwohl Taxis in kolumbianischen Großstädten oft sinnvoll sind – vor allem abends deutlich sicherer als ein Spaziergang –, würde sie nie einfach in irgendein Taxi steigen oder sich am Flughafen direkt in eines lotsen lassen. Die Gefahr bestehe in einem deutlich höheren Preis oder Unsicherheit darüber, ob man tatsächlich dort ankommt, wo man hinmöchte. Stattdessen nutzte sie meist Uber, wo die Strecke in der App angezeigt wird und der Fahrer verifiziert ist. Dies bot ihr ein zusätzliches Sicherheitsgefühl.
„¡No dar papaya!“ – Wohlstand nicht zur Schau stellen
Ein Satz begegnete Mähl während ihrer Reise immer wieder: „¡No dar papaya!“ (auf Deutsch: „Gib keine Papaya“). Dies bedeutet, den eigenen Wohlstand nicht offen zur Schau zu stellen. Wer auffälligen Schmuck oder teure Uhren trägt, könne schnell zum Ziel von Dieben werden. Deshalb verzichtete Mähl bewusst auf große Ohrringe, auffällige Ketten und Uhren. Diese einfache Regel half ihr, unauffällig zu bleiben und potenzielle Risiken zu minimieren.
Geldabheben: Sicherheit geht vor
Ganz ohne Bargeld kommt man in Kolumbien nicht aus. Zwar kann man vielerorts mit Karte zahlen, aber eben nicht überall. Beim Geldabheben war Mähl besonders vorsichtig: „Wichtig war mir dabei vor allem eines: Das Geld sofort sicher verstauen.“ Die Automaten befinden sich oft in kleinen Vorräumen. Während andere Kunden draußen warteten, packte sie die Scheine direkt dort ein. So vermied sie, das Geld offen zu zeigen und Diebe anzulocken.
Spanischkenntnisse: Ein Muss für die Reise
Schließlich empfiehlt Mähl jedem Kolumbien-Reisenden dringend, grundlegende Spanischkenntnisse mitzubringen. „Viele Menschen sprechen selbst in den großen Städten kein Englisch. Ich sage es ehrlich: Wer ohne Spanischkenntnisse durch Kolumbien reist, ist aufgeschmissen“, so die Autorin. Mit ein paar Vokabeln und einfachen Sätzen könne man sich nicht nur besser verständigen, sondern auch das Vertrauen der Einheimischen gewinnen und sicherer reisen.



