Union-Torwart Carl Klaus: Vom dritten Keeper zum Bundesliga-Debütanten
Carl Klaus: Vom dritten Keeper zum Bundesliga-Debütanten

Bis Freitag war er noch die dritte Wahl im Tor des 1. FC Union Berlin, doch nun könnte Carl Klaus im Abstiegskampf zur entscheidenden Figur werden. Der 32-jährige Torwart gab beim 1:3 gegen RB Leipzig sein Bundesliga-Debüt – und das kam völlig überraschend. Stammkeeper Frederik Rönnow (33) zog sich im Spiel eine Adduktorenverletzung zu, und Klaus wusste sofort: Jetzt bin ich dran. „Er hat so laut geschrien. Es war klar, dass ich dann reinkommen würde“, erzählte er später. Mit dem Bundesliga-Debüt ist für den 32-Jährigen ein „Lebenstraum in Erfüllung gegangen.“

Ein ungewöhnlicher Werdegang

Carl Klaus hat einen der ungewöhnlichsten Werdegänge im Union-Kader. Geboren in Stuttgart, ausgebildet beim VfB, danach im Nachwuchsleistungszentrum des VfL Wolfsburg. Der Durchbruch blieb zunächst aus. So weit, so normal. Über die Stuttgarter Kickers (12 Drittligaspiele) ging es für ihn nach Spanien. Drei Jahre lang spielte er auf Mallorca bei Atlético Baleares (2016–2019). Sonne, Strand, Fußball – und die Spitznamen „Malle Calle“ und „Party Calle“ entstanden. Klaus liebt nicht nur den Fußball, sondern auch den Ballermann – Partyschlager inklusive.

Nach seiner Zeit auf Mallorca wurde er Reserve-Torwart in Darmstadt (2019–2021) und schaffte in Nürnberg 23 Einsätze (2021–2024). Beim Club nannten sie ihn „Giraffe“ – wegen seines langen Halses. Klaus ist extrem ehrgeizig. Beim Kartenspiel „Wizard“, bei dem man Trümpfe vorhersagen muss, hat er sich sogar nach einer Teilnahme an den deutschen Meisterschaften erkundigt (die es tatsächlich gibt). 2024 das Aus beim Club, letzter Ausweg ein Probetraining bei Union Berlin, wo er zur Nummer drei wurde.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Psychologie-Studium und Ehrgeiz

Parallel zum Fußball schloss Klaus ein Psychologie-Studium mit dem Bachelor ab und arbeitet nun an seinem Master-Abschluss. „Ohne Fußball wäre ich wahrscheinlich Sportpsychologe geworden“, sagte er einmal. Passend dazu: Auch seine Freundin arbeitet als Psychologin. Dieser akademische Hintergrund hilft ihm vermutlich, mit dem plötzlichen Druck umzugehen.

Plötzlich im Rampenlicht

Jetzt steht er plötzlich im Rampenlicht – und wird zur wichtigen Figur im Saison-Endspurt. Gegen Leipzig hielt er Union mit starken Paraden im Spiel und verhinderte ein Debakel. Klaus: „Ich wollte ein sicheres Spiel zeigen, keine wilden Aktionen machen. Aus persönlicher Sicht bin ich mit meinem Spiel zufrieden.“ Und weiter: „Das Adrenalin trägt dich erstmal bis zur Pause. In der Kabine realisierst du dann, dass du zum ersten Mal in der Bundesliga im Tor stehst. Da musst du deinen Mann stehen.“ Das hat er getan – und damit bewiesen, dass er bereit ist für die Herausforderung im Abstiegskampf.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration