Der traditionsreiche Caravan-Hersteller Bürstner aus Kehl in Baden-Württemberg stellt seine Wohnwagen-Produktion ein. Ab der Saison 2027 werden keine neuen Caravans mehr gebaut, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Hintergrund ist die rückläufige Nachfrage nach Wohnwagen, während Wohnmobile und Camper-Vans immer beliebter werden.
Marktentwicklung: Wohnwagen verlieren an Zuspruch
Laut Caravan-Verband wurden 2025 in Deutschland nur noch 18.766 Wohnwagen neu zugelassen – ein Rückgang von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Hersteller Dethleffs aus Isny im Allgäu rund 90 Stellen abgebaut. Nun trifft es auch Bürstner, das zur Erwin Hymer Group gehört, einer Tochter des US-Konzerns Thor Industries.
Strategie „Bürstner Reloaded“: Fokus auf motorisierte Fahrzeuge
Im Rahmen der Strategie „Bürstner Reloaded“ will sich das Unternehmen künftig ganz auf Reisemobile und Camper-Vans konzentrieren. Geschäftsführer Hubert Brandl betont: „Unsere Entscheidung ist kein Abschied vom Caravan für immer. Wir setzen eine klare Fokussierung auf die konsequente Weiterentwicklung des Camper-Van- und Reisemobil-Portfolios.“ Der Unterschied zum Wohnwagen: Camper-Vans und Reisemobile haben ein eigenes Triebfahrzeug und sind somit flexibler und unkomplizierter im Handling.
Kundenwünsche im Wandel
Laut Bürstner-Marketing-Leiterin Lea Isenmann suchen Kunden zunehmend „nach flexiblen, spontanen und individuellen Reiseformen“. Diese Anforderungen würden von motorisierten Fahrzeugen besser erfüllt. Entwicklungs- und Produktionsressourcen sollen daher in die Weiterentwicklung der Reisemobile und Camper-Vans fließen.
Service und Ersatzteile bleiben gesichert
Bestehenden Wohnwagen-Besitzern verspricht das Unternehmen, dass Service und Ersatzteilversorgung weiterhin gewährleistet bleiben. Arbeitsplätze sind von der Entscheidung nicht betroffen, da die Werke in Kehl und Wissembourg (Frankreich) bereits auf die Produktion von Reisemobilen und Camper-Vans ausgerichtet sind. Bürstner begann in den 1950er Jahren mit der Herstellung von Wohnwagen und ist heute Teil der Erwin Hymer Group, die wiederum zu Thor Industries gehört – einem der weltweit führenden Hersteller von Freizeitfahrzeugen mit über 20.000 Mitarbeitern.



