Tesla: 100 Strafzettel monatlich wegen zu schneller Mitarbeiter
100 Strafzettel pro Monat: Tesla-Mitarbeiter zu schnell

Manager appelliert an Vernunft der Belegschaft

Am deutschen Tesla-Standort in Grünheide (Brandenburg) sorgt das Fahrverhalten der Mitarbeiter für Aufsehen. Auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag appellierte der Leiter des internen Dienstwagenprogramms an die Vernunft der Belegschaft. „Ich kriege jeden Monat mehr als 100 Strafzettel von euch“, sagte der Manager. Er mahnte: „Haltet euch einfach an die Geschwindigkeitsvorgaben. Schaut in den Spiegel, wenn ihr rückwärts fahrt. Achtet auf die Bordsteine. Und bringt die Autos in einem Stück zurück.“

Betriebsrat warnt vor Rasern

Das Problem ist nicht neu. Bereits im Oktober 2025 warnte der Betriebsrat auf einer Versammlung vor Rasern auf dem Werksgelände. Auf dem Südparkplatz wurden regelmäßig Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h gemessen, obwohl dort Tempo 30 gilt. Der Ausschuss für Gesundheit und Arbeitsschutz sprach von einem „erhöhten Unfallrisiko“ und kündigte Maßnahmen wie Fahrbahnverengungen, zusätzliche Zebrastreifen und notfalls Bodenschwellen an.

Intensive Nutzung des Dienstwagenprogramms

Trotz der vielen Verstöße ist Tesla stolz auf die Nutzung der internen Dienstwagen. Nach Angaben des Managers haben Beschäftigte mit den Fahrzeugen mehr als acht Millionen Kilometer zurückgelegt – umgerechnet rund 200 Erdumrundungen oder 20 Fahrten zum Mond. Etwa 500 Mitarbeiter buchen die Fahrzeuge monatlich und fahren damit unter anderem nach Kroatien, Norwegen oder Estland. Der Dienstflottenchef bedankte sich ironisch: „Danke für die Fotos.“

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Ausbau der Dienstflotte geplant

Trotz der Strafzettel baut Tesla das Angebot weiter aus. Im August soll die Flotte erneuert werden. Es kommen zusätzliche Premiummodelle mit Allradantrieb hinzu. Zudem verlängert Tesla die maximale Buchungsdauer von sieben auf zehn Tage. Der Dienstwagenmanager warb: „Längere Reisen, mehr Wochenenden, mehr Fahren.“

Betriebsratschefin Michaela Schmitz dankte dem Redner für seinen „Gastbeitrag“. Die Geschwindigkeitsproblematik bleibt jedoch ein Dauerbrenner. Ein Betriebsratsmitglied hatte bereits im Oktober 2025 gesagt: „Zehn Meter weiter ist die Autobahn, da kann man schön durchknallen. Aber bitte wartet dieses kleine Stück noch, bis ihr Gas gebt.“

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