Golfstaaten in Geldnot: Öl-Scheichs wollen Trump anpumpen
Golfstaaten in Geldnot: Öl-Scheichs wollen Trump anpumpen

Golfstaaten in Geldnot: Öl-Scheichs wollen Trump anpumpen

Der Irankonflikt wirkt festgefahren – und besonders die Golfstaaten schlittern in eine mögliche Finanz- und Wirtschaftskrise: Erst der Krieg, jetzt der Blockade-Showdown in der Straße von Hormus. Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) leiden unter massiven Ausfällen bei den Ölexporten.

Der Verlust an Einnahmen wird auf 45 bis 70 Milliarden Dollar seit dem Kriegsstart geschätzt. In den Emiraten trifft es zusätzlich den Tourismus: Hotels in der Glitzer-Metropole Dubai stehen teilweise leer. Allein im März dürfte laut Daten der Immobilien-Plattform „CoStar“ die Zahl der Besucher zwischen 830.000 und 1,1 Millionen zurückgegangen sein. Die große Frage: Muss US-Präsident Donald Trump (79) jetzt die Scheichs retten?

Finanzminister bestätigt Anfragen

Finanzminister Scott Bessent (63) sagte im Senat: „Viele unserer Golf-Verbündeten haben Swap-Linien angefragt.“ Normalerweise erhalten die Golfstaaten ihre Dollar-Einnahmen durch Ölexporte. Hier ist der Dollar die Leitwährung, in der Branche als „Petrodollar“ bezeichnet. Doch genau diese Einnahmen brechen im Iran-Krieg weg. „Jetzt geht es darum, dem System in einer angespannten Lage mehr Liquidität zu geben“, erklärt Wikifolio-Trader und Rohstoffhändler Torsten Maus.

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Experte erklärt Dollar-Knappheit bei Golfstaaten

Für die USA geht es um Stabilität der Finanzmärkte. Bessent will auch verhindern, dass es zu Notverkäufen von US-Vermögenswerten kommt. „Banken müssen mit der Hilfe aus Washington nicht panisch US-Staatsanleihen verkaufen, nur um an Dollar zu kommen“, sagt Maus zu BILD. „Die Maßnahme erhöht die Liquidität im Bankensektor, erleichtert Handelsfinanzierung und stabilisiert den Import von Gütern.“ Er sieht diese Swap-Linie aber weniger als Rettung, sondern eher als eine Art Liquiditätsversicherung.

Trump signalisierte Unterstützung: „Wenn ich ihnen helfen kann, würde ich das tun“, sagte er im TV-Sender CNBC. Doch politisch ist die Optik brisant: Vor allem die Demokraten verweisen auf die hohen Kosten des Iran-Kriegs in den USA. „Das kostet uns bereits über eine Milliarde Dollar pro Tag – plus höhere Benzinpreise“, kritisierte Senator Chris Van Hollen (67). Ein mögliches Hilfspaket für die reichen Golfstaaten liefert der Opposition zusätzliche Angriffsfläche. Und auch wird daran erinnert, dass Trumps Familie selbst enge Geschäftsbeziehungen mit Golfstaaten unterhält – und man jetzt auch deshalb hilfsbereiter sein könnte.

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