Jeder vierte Beschäftigte in Deutschland hat in den vergangenen zwei Jahren Fälle von problematischem Suchtmittelkonsum im Kollegenkreis erlebt. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor. Demnach berichten 25 Prozent der Erwerbstätigen von entsprechenden Vorfällen.
Alkohol ist das häufigste Suchtmittel im Beruf
Mit 21 Prozent der Nennungen ist Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel am Arbeitsplatz. Dahinter folgen Cannabis und Nikotin mit jeweils 5 Prozent. Illegale Drogen und Medikamentenmissbrauch werden von jeweils 4 Prozent der Befragten genannt. Die Umfrage zeigt, dass problematischer Konsum in vielen Branchen vorkommt, besonders häufig jedoch in Verkehr und Logistik (35 Prozent), im Sozialwesen (32 Prozent), in der öffentlichen Verwaltung (31 Prozent) und im verarbeitenden Gewerbe (30 Prozent).
Betriebliche Regelungen oft unbekannt
Nur 54 Prozent der Beschäftigten kennen die internen Regelungen ihrer Firma zum Umgang mit Suchtmittelproblemen. Lediglich 28 Prozent erleben eine offene Gesprächskultur zum Thema Sucht. DGUV-Hauptgeschäftsführer Stephan Fasshauer betont: „Unsere Befragung zeigt, dass problematischer Konsum in vielen Betrieben zwar wahrgenommen, aber oft nicht offen angesprochen wird. Für wirksame Prävention bedeutet das: Risiken frühzeitig erkennen, offen ansprechen und Betroffene unterstützen, bevor aus Problemen Krisen entstehen.“
Suchtkonsum gefährdet Sicherheit und Gesundheit
Die DGUV weist darauf hin, dass Suchtmittelkonsum die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen kann. Die repräsentative Forsa-Umfrage wurde vom 11. bis 16. Juni 2026 unter 2.016 Erwerbstätigen in Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden durchgeführt.



