Capital Bra: „Keiner soll mich als Vorbild sehen“ – SPIEGEL-Interview über Tilidin-Sucht
Capital Bra über Tilidin-Sucht und Idol-Status

Capital Bra, einer der bekanntesten deutschen Rapper, hat in einem Interview mit dem SPIEGEL erstmals detailliert über seine langjährige Tilidin-Abhängigkeit gesprochen. Der in Sibirien geborene und in Berlin aufgewachsene Musiker erklärte, dass er bereits im Alter von elf Jahren mit dem Schmerzmittel Tilidin in Kontakt kam und seitdem abhängig ist. „Keiner soll mich als Vorbild sehen“, sagte der 31-Jährige (geboren 1994) in dem Gespräch mit den Journalisten Nora Gantenbrink und Patrick Wulf.

Offene Worte über die Sucht

Auf die Frage der Reporter, ob er vor dem Interview Tilidin genommen habe, antwortete Capital Bra knapp: „Ja.“ Diese Offenheit sei Teil seines Bemühens, ehrlich mit seiner Vergangenheit umzugehen. Er betonte, dass er sich seiner Verantwortung als öffentliche Person bewusst sei, aber nicht als Idol gesehen werden wolle. „Ich will nicht, dass Leute denken, sie müssen so werden wie ich. Das wäre falsch.“

Erfolg trotz Abhängigkeit

Trotz seiner Sucht hat Capital Bra eine beispiellose Karriere hingelegt. Mit mehreren Nummer-eins-Alben und Hits wie „Cherry Lady“ oder „500 PS“ gehört er zu den erfolgreichsten Rappern Deutschlands. Im Interview sprach er auch über Panikattacken und die Doppelbelastung von Ruhm und Abhängigkeit. „Viele denken, mit Geld und Erfolg ist alles gut. Aber das stimmt nicht. Ich habe gelernt, dass man sich selbst helfen muss.“

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Kritik an der Gesellschaft

Capital Bra äußerte sich zudem kritisch über die Erwartungen an Künstler und die Rolle der Medien. Er forderte mehr Verständnis für Menschen mit Suchterkrankungen und warnte vor der Stigmatisierung. „Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe zu suchen. Im Gegenteil.“ Das vollständige Interview ist in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL erschienen und auch als Video abrufbar.

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