Ex-Preuße Marcel Benger: Plötzlich vereinslos – Geduld gefragt
Marcel Benger: Ex-Preuße nun vereinslos und sucht neuen Klub

Marcel Benger, der am Donnerstag 28 Jahre alt wurde, ist seit dem 1. Juli vereinslos. Sein Vertrag bei Preußen Münster, der nur für die 2. Liga galt, lief am 30. Juni aus. Ein neues Angebot erhielt der defensive Mittelfeldspieler nicht. Es ist das erste Mal in seiner Karriere, dass er ohne Verein dasteht.

Benger, dessen Marktwert auf 500.000 Euro geschätzt wird, zeigt sich gelassen: „Ich bleibe da ganz ruhig und bin überzeugt, dass ich einen neuen Klub finden werde. Doch ich brauche natürlich etwas Geduld. Denn momentan ist – auch wegen der laufenden WM – noch nicht sehr viel Bewegung in der Szene.“

Verletzungspech und Abstieg mit Preußen

Im vergangenen Sommer hatte Benger noch einen vielversprechenden Neustart bei Preußen Münster. Trainer Alexander Ende, der ihn aus Verl mitbrachte, plante ihn als Schlüsselspieler für sein laufintensives Rautensystem. Ende schwärmte damals: „Marcel soll nicht nur unsere Schaltzentrale sein. Er wird das Gehirn der Mannschaft.“

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Doch die Saison verlief für Benger unglücklich. In der Vorbereitung zog er sich einen Außenbandriss zu, der eine langwierige Stressreaktion des Knochens nach sich zog. Später kamen Probleme mit der Achillessehne hinzu. Insgesamt fiel er über drei Monate (107 Tage) aus. Am Ende standen 25 Zweitliga-Einsätze, aber nur zwei über die volle Distanz: beim 0:0 in Düsseldorf und beim 0:6-Debakel in Dresden.

Bengers häufige Ausfälle könnten dazu beigetragen haben, dass Trainer Ende mit seiner offensiven Taktik scheiterte. Preußen holte nur einen Sieg in den letzten 19 Spielen und stieg verdient ab. Benger gibt zu: „Gerade in der Rückrunde sind wir zunehmend in eine Negativ-Spirale gerutscht. Wir hatten zwar genügend Qualität, doch mit jeder weiteren Niederlage ging mehr und mehr das Selbstvertrauen verloren.“

Wendepunkte nicht genutzt

Benger sieht zwei verpasste Wendepunkte: den Auswärtssieg in Braunschweig und den Trainerwechsel von Ende zu Alois Schwartz. „Beides haben wir leider nicht nachhaltig nutzen können.“ Dennoch war das Jahr in Münster für ihn kein verlorenes. „Man lernt auf jeder Station, macht wertvolle Erfahrungen. In der Mannschaft, im Club und in der Stadt habe ich mich jedenfalls wohlgefühlt.“

Er hätte sich eine Zukunft bei Preußen vorstellen können, zeigt aber Verständnis für die Neuausrichtung des Vereins. „Als ich zwei oder drei Wochen nach unserem letzten Spiel in Elversberg samt kurzem Abschlussgespräch nichts mehr gehört habe, war mir klar, dass ich mich wieder umorientieren muss.“

Suche nach neuem Verein

Bengers Wunsch ist ein Engagement in der 2. Bundesliga, aber er schließt auch ambitionierte Drittligisten nicht aus. Sein Berater führt die Verhandlungen. „Sobald etwas konkreter wird, setzt er mich davon in Kenntnis. Mal schau‘n, was sich ergibt.“

Bis dahin hält sich der gebürtige Krefelder bei seinem Vater fit. Täglich trainiert er mehrere Stunden mit einem Personalcoach. „Für einen verlängerten Urlaub ist mein Ehrgeiz einfach viel zu groß.“

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