Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Juni nur geringfügig gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, ging die Zahl der Erwerbslosen um 15.000 auf 2,936 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.
„Am Arbeitsmarkt ist kaum Veränderung zu sehen“, sagte BA-Chefin Andrea Nahles. Die Arbeitslosigkeit sinke nur wenig. Auch bei der sozialabgabenpflichtigen Beschäftigung setzte sich die leichte Abwärtstendenz fort. Bereinigt um saisonale Effekte sank die Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich lediglich um 1.000.
Schwache Frühjahrsbelebung
Die BA sprach von einem verhaltenen Ausklang der üblichen Frühjahrsbelebung. Diese war infolge der konjunkturellen Schwäche und der Auswirkungen des Iran-Krieges ohnehin schwach ausgefallen. Die Frühjahrsbelebung endet regulär im Juni, bevor mit Beginn der Sommerferien und Betriebspausen die Arbeitslosenzahlen im Juli wieder ansteigen.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Zahl der Arbeitslosen um 22.000 höher. Die Unterbeschäftigung, die auch Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen umfasst, belief sich auf 3,605 Millionen Menschen – ein Anstieg um 19.000 gegenüber dem Vorjahr.
Kurzarbeitergeld und Industrie
Nach aktuellen Daten für April erhielten 133.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Das waren laut BA 101.000 weniger als im Vorjahresmonat. Die Industrie plant laut einem Bericht derweil verstärkte Abwanderung, was die angespannte Lage am Arbeitsmarkt zusätzlich belasten könnte.
Die Entwicklung zeigt, dass der Arbeitsmarkt trotz leichter Entspannung weiterhin unter Druck steht. Die konjunkturelle Schwäche und geopolitische Krisen wie der Iran-Krieg hinterlassen deutliche Spuren.



