Ungewöhnliche Töne aus Moskau: Wladimir Putin hat auf dem Kongress seiner Regierungspartei „Edinaja Rossija“ (Geeintes Russland) eingeräumt, dass es Probleme gibt. „Ja, wir sehen Probleme“, sagte der Kreml-Diktator am Sonntag in Moskau. Die Parteiführung war zusammengekommen, um die Linien für die Parlamentswahlen im September festzulegen.
Putin spricht von Herausforderungen und terroristischen Angriffen
Putin erklärte, man sei sich der Schwierigkeiten bewusst und reagiere darauf. Er führte aus, die Probleme „ohne Zweifel zu bewältigen, mit denen wir heute konfrontiert sind, einschließlich terroristischer Angriffe auf unser Territorium und auf Infrastruktur-Einrichtungen.“ Dieses Eingeständnis kommt nach einer Reihe von Rückschlägen für Russland.
In den vergangenen Tagen wurden mehrfach russische Ölanlagen durch ukrainische Angriffe in Brand gesetzt. Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sorgten Treibstoffengpässe und lange Schlangen an Tankstellen für Versorgungsprobleme. Landesweit kam es zu einer Sprit-Rationierung, wie Videos auf sozialen Medien zeigten.
Festnahme eines Armee-Rebellen
Zudem nahmen russische Behörden den Armee-Rebellen Alexander Lunin (39) fest. Er hatte zuvor mit scharfer Kritik an den Zuständen in der russischen Armee und Berichten über Missstände Aufmerksamkeit erregt. Mit einem wütenden Video auf Instagram griff er Putin frontal an – zig Millionen Menschen hatten seine Abrechnung gesehen.
Satellitenbilder aus Kertsch auf der annektierten Krim zeigten Rauch und Flammen aus Treibstofftanks nach einem ukrainischen Angriff. Die Krim gilt als wichtiger russischer Logistikstützpunkt für den Krieg gegen die Ukraine.
Putin verspricht Sicherheit des Landes
Gleichwohl kündigte Putin an, Russland werde „auf jeden Fall sowohl die Sicherheit des Landes als auch die unserer Bürger sowie die Unverletzlichkeit unserer Grenzen auf lange Sicht gewährleisten“. Er betonte, Russland sei „beispiellosen Druck“ westlicher Eliten ausgesetzt. In typischer Propaganda-Manier warf er dem Westen vor, die Angriffe Kiews gegen Russland zu ignorieren. Trotz anderslautender Berichte von den Fronten behauptete Putin, die ukrainischen Truppen zögen sich „in alle Richtungen zurück“.
Die jüngsten Ereignisse zeigen eine zunehmende Verwundbarkeit Russlands. Die Brandanschläge auf Ölanlagen und die Treibstoffknappheit sind klare Anzeichen für Schwierigkeiten in der russischen Kriegswirtschaft. Die Festnahme des Armee-Rebellen Lunin deutet zudem auf interne Spannungen hin.



