Panzerbrigade 45 übt in Litauen den Drohnenkampf für künftige Kriege
Panzerbrigade 45 trainiert Drohnenkampf in Litauen

Panzerbrigade 45 trainiert in Litauen für den Drohnenkampf

An der Nato-Ostflanke hat die neue Panzerbrigade 45 der Bundeswehr erstmals das Gefecht auf litauischem Boden geübt. Bei der Übung „Freedom Shield 2026“ auf dem Truppenübungsplatz Pabrade, weniger als 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt, wurden die Soldaten mit neuen Bedrohungen konfrontiert, die im Ukraine-Krieg Alltag sind. Kampfpanzer mit Schutznetzen, Drohnenüberflüge und elektronische Störmaßnahmen prägten das Manöver.

Brigadegeneral Christoph Huber betonte, dass es darum gehe, einen veränderten Fähigkeitsmix zu trainieren. „Geübt wird das Gefecht der Panzertruppen in Verbindung mit den neuen Fähigkeiten: Drohnen, Drohnenabwehr und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung“, sagte Huber. Ziel sei es, über der eigenen Truppe einen Schutzschirm aus Störmaßnahmen und Abwehrfeuer zu errichten und den Schutzschirm des Gegners zu zerschlagen.

Lehren aus dem Ukraine-Krieg

Huber sieht in der Übung einen wesentlichen Schritt zur Kriegstüchtigkeit. „Dabei lernen wir natürlich von dem, was wir in der Ukraine sehen“, erklärte er. Es gehe darum, sich auf mögliche Gefechtsszenarien der Zukunft vorzubereiten, „nicht auf den Krieg der Vergangenheit“. Die Bundeswehr setzt bei der Übung mehr als 300 Drohnen ein, um den Einsatz und die Abwehr von Drohnen zu trainieren.

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Mit der Aufstellung der Panzerbrigade 45 reagiert Deutschland auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Bis 2027 soll der Verband mit einer Gesamtstärke von 4800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern voll einsatzfähig sein. Litauen grenzt an Russlands Verbündeten Belarus und an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad.

Übung mit 2900 Soldaten aus acht Nato-Staaten

Für die Hauptphase der Übung, die am Mittwoch begann, wurden rund 2900 Soldaten – darunter etwa 2300 aus Deutschland – und rund 800 Fahrzeuge aus acht Nato-Staaten zusammengezogen. Die im vergangenen Jahr formal in Dienst gestellte Panzerbrigade trainiert damit erstmals das Gefecht auf litauischem Boden.

Die Soldaten übten mit Übungsmunition, während das Lasersystem AGDUS Treffer an Fahrzeugen und Schützen registrierte. Getroffene Soldaten erhielten ein Signal an der Weste und stellten den Kampf ein. Einige Panzerfahrzeuge standen bereits kurz nach dem ersten Übungsdurchgang blinkend und mit gen Himmel gerichteter Kanone auf dem simulierten Schlachtfeld – sie galten als schwer beschädigt oder vernichtet.

Schutznetze gegen Drohnen und elektronische Kampfführung

Drohnen haben den Kampf in der Ukraine deutlich verändert. Es gibt bis weit hinter der Front keine geschützten Räume mehr. Das Heer reagiert darauf und hat im April mit einer Versuchsübung auf dem Truppenübungsplatz Munster Erfahrungen gesammelt. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, sagte damals: „Massierung wird heute zum inhärenten Vernichtungsrisiko. Wir müssen künftig anders kämpfen.“

Huber ist überzeugt, dass das klassische Gefecht mit Panzertruppen weiterhin zentral ist. „Wir bereiten uns damit auch vor auf mögliche Konfliktszenarien der Zukunft“, betonte er. Die Übung „Freedom Shield 2026“ soll dazu beitragen, die Abschreckung an der Nato-Ostflanke zu verstärken und die baltischen Staaten gegen mögliche russische Aggressionen zu schützen.

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