Absturz eines Kleinflugzeugs in Tomblaine
Ein Schnupperfallschirmsprung in der Nähe von Nancy endete am Samstag in einer Katastrophe. Beim Absturz eines zivilen Flugzeugs in der Gemeinde Tomblaine im Département Meurthe-et-Moselle kamen insgesamt elf Menschen ums Leben. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den Opfern um den Piloten sowie zwei Gruppen mit jeweils fünf Fallschirmspringern. Die Maschine war zuvor auf dem Flugplatz Nancy-Essey gestartet.
Frankreichs Verkehrsminister Philippe Tabarot sprach auf der Plattform X von einer „besonders schweren Bilanz“. Es handelt sich vermutlich um eines der tödlichsten Unglücke der Leichtluftfahrt in Frankreich. Der Bürgermeister von Tomblaine, Hervé Féron, sagte der Zeitung „L'Est Républicain“, das Flugzeug sei nahe einem Wohngebiet abgestürzt – nur wenige Dutzend Meter von der Startbahn entfernt.
Opfer waren Pflegekräfte und Instruktoren
Nach Angaben des Präsidenten des regionalen Pflegeverbands der liberalen Pflegekräfte in Meurthe-et-Moselle könnte es sich bei den Opfern teilweise um selbstständige Pflegekräfte handeln. Offenbar war ein Schnuppersprung organisiert worden, bei dem sowohl Pflegekräfte als auch Instruktoren an Bord waren. Einige Angehörige der Opfer waren vor Ort, um den Sprung zu begleiten, und wurden Zeugen des Absturzes.
Das Flugzeug gehörte nach Angaben des Präsidenten des nationalen Fallschirmspringerverbands, Pierre-Yves Eugène, nicht dem örtlichen Fallschirmsprungverein. Gegenüber dem Fernsehsender BFMTV erklärte er, bei der Maschine habe es sich um einen Typ Pilatus mit deutscher Registrierung gehandelt. Es handele sich um ein Kleinflugzeug, für das alle zwei Jahre eine Prüfung erforderlich sei.
Senkrechter Absturz ohne Notlandung
Der Präfekt des Départements Meurthe-et-Moselle, Yves Séguy, sprach ebenfalls von einer möglichen technischen Störung. Das Flugzeug sei „senkrecht abgestürzt“, sagte er dem Sender. Hinweise auf eine Notlandung habe es nicht gegeben. Die Ursache des Unglücks sei weiterhin unklar. Dass die Maschine in der Nähe von Wohnhäusern abstürzte, ohne weitere Menschen zu töten oder zu verletzen, bezeichnete der Präfekt als glücklichen Umstand.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Die Behörden sperrten den Bereich um die Unglücksstelle in Tomblaine weiträumig ab. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sind mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen und den Unfallhergang zu rekonstruieren. Auch die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.



