Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Montag umfassende Angriffe auf die von der Hisbollah kontrollierten südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angeordnet. Dies gab sein Büro in einer offiziellen Erklärung bekannt. Die Maßnahmen seien Teil der anhaltenden Militäroperationen gegen die schiitische Miliz, die nach israelischen Angaben eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit des Landes darstellt.
Ausweitung der Bodeneinsätze
Netanjahu betonte, dass Israel seine Bodeneinsätze im Libanon weiter ausdehnen werde. Ziel sei es, die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören und die Fähigkeit der Gruppe zu beeinträchtigen, Raketenangriffe auf israelisches Gebiet durchzuführen. Die Entscheidung fiel nach einer Sicherheitsbewertung, bei der die Gefahr weiterer Angriffe aus dem Libanon als hoch eingestuft wurde.
Reaktionen und Folgen
Die Ankündigung löste in Beirut Panik aus. Viele Bewohner der südlichen Vororte flohen aus ihren Häusern, um sich in sicherere Gebiete der Stadt zu begeben. Internationale Organisationen zeigten sich besorgt über die Eskalation. Die Vereinten Nationen riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die Hisbollah drohte mit Vergeltung und erklärte, dass der Konflikt nun in eine neue Phase trete.
Die israelischen Streitkräfte haben bereits mit Luftangriffen begonnen, die auf Waffenlager, Kommandozentralen und Raketenstellungen abzielen. Nach Angaben der libanesischen Gesundheitsbehörden gab es in den ersten Stunden mehrere Verletzte. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar. Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah haben sich in den letzten Wochen intensiviert, nachdem es zu mehreren Grenzzwischenfällen gekommen war.
Hintergrund des Konflikts
Der aktuelle Konflikt ist der schwerste seit dem Krieg von 2006. Die Hisbollah, die von Iran unterstützt wird, hat ihre Raketenkapazitäten seitdem erheblich ausgebaut. Israel sieht in der Miliz eine existenzielle Bedrohung und hat wiederholt erklärt, dass es nicht zulassen werde, dass sich die Gruppe an der Grenze zu Israel festsetzt. Die internationale Gemeinschaft bemüht sich um eine Deeskalation, bisher jedoch ohne Erfolg.
Die Anordnung Netanjahus erfolgte nur wenige Stunden vor einer geplanten Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts, bei der weitere Schritte erörtert werden sollen. Analysten erwarten, dass die Kämpfe in den kommenden Tagen weiter eskalieren könnten, insbesondere wenn die Hisbollah mit massiven Raketenangriffen auf israelische Städte reagiert.



