Die Ukraine hat in der Nacht und am frühen Morgen eigenen Angaben nach eine Rüstungsfabrik in der russischen Millionenstadt Wolgograd angegriffen. Marschflugkörper des Typs Flamingo hätten die Anlagen des Betriebs Titan-Barrikady getroffen und in Brand gesetzt, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei X mit. In der Fabrik würden Artilleriesysteme und auch Elemente für die Abschussrampen von Raketen produziert, schrieb er. „Jedes russische Verteidigungsobjekt, das dem Krieg gegen die Ukraine dient, ist ein berechtigtes Ziel für unsere Langstreckensanktionen.“
Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte Schäden an den „Produktionsanlagen eines Unternehmens“, machte aber keine genaueren Angaben dazu, was dort produziert wird. Er schrieb von angreifenden „Flugobjekten mit Hochgeschwindigkeit“ – damit dürften Marschflugkörper gemeint sein. Mehrere lokale Brände seien gelöscht worden, schrieb Botscharow weiter. Wohngebäude waren demnach nicht betroffen. Behördenangaben zufolge wurde ein Mensch getötet und zehn weitere verletzt.
Hintergrund: Titan-Barrikady stellt Komponenten für Raketenkomplexe her
Titan-Barrikady stellt Medienberichten nach Komponenten für die Raketenkomplexe Iskander, Jars und Topol-M her, die prinzipiell auch Atomwaffen tragen können. Zudem soll die Fabrik auch an der Produktion der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein. Der ukrainische Angriff zielt darauf ab, die russische Rüstungsproduktion zu schwächen.
Ukrainischer Kampfjet MiG-29 in Poltawa abgestürzt
In der zentralukrainischen Region Poltawa ist offiziellen Angaben nach ein Kampfjet des Typs MiG-29 abgestürzt. Der Pilot habe sich per Schleudersitz retten können und werde medizinisch versorgt, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Der Vorfall ereignete sich demnach in der Nacht während eines Kampfeinsatzes. Die genaue Ursache des Absturzes ist unklar. Zu der Zeit hat Russland die Ukraine erneut mit mehr als 100 Drohnen attackiert. Die Ukraine setzt Kampfflugzeuge zum Abschuss der unbemannten Flugobjekte ein.
Bei neuen gegenseitigen Luftangriffen Russlands und der Ukraine sind nach Angaben beider Seiten mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende Menschen verletzt worden. Die ukrainischen Behörden meldeten am Samstag zwei Tote durch russische Angriffe. Bei ukrainischen Angriffen auf Ziele in Russland und den russisch kontrollierten Teil der ukrainischen Region Donezk gab es nach Behördenangaben drei Tote.
Ukraine meldet wiederholten Angriff auf Ölpumpstation für Moskau
Der ukrainische Geheimdienst hat eigenen Angaben nach eine für die Treibstoffversorgung von Moskau wichtige Ölpumpstation mit Drohnen angegriffen. Getroffen worden sei ein technisches Gebäude der Station in Wtorowo nahe der Gebietshauptstadt Wladimir östlich von Moskau, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU mit. Es sei die zweite erfolgreiche Attacke innerhalb eines Monats auf die Anlage, heißt es. Russische Behörden haben den Angriff bislang nicht bestätigt.
Die Station Wtorowo gehört zum staatlichen Ölpipelinekonzern Transneft in Russland. Sie pumpt unter anderem Diesel in die Moskauer Ringpipeline, die für die Versorgung der großen Öldepots rund um die russische Hauptstadt verantwortlich ist.
Ukrainische Energiebranche bereitet sich auf nächsten Winter vor
Die ukrainische Energiewirtschaft bereitet sich nach Angaben des großen privaten Stromversorgers DTEK intensiv auf einen weiteren Kriegswinter vor. „Wir haben im vergangenen Winter unsere Lektion gelernt, die Energiefirmen, die Regierung, alle Beteiligten“, sagte DTEK-Vorstandschef Maksym Timtschenko bei der Wiederaufbau-Konferenz für die Ukraine (URC) in Danzig.
In den außergewöhnlich kalten Wintermonaten Anfang dieses Jahres hatten russische Luftangriffe die ukrainischen Energienetze schwer beschädigt. In der Hauptstadt Kiew gab es für Hunderttausende Menschen über Wochen keine Heizung und kaum Strom. DTEK habe im Krieg dreimal bis zu 80 Prozent seiner Stromerzeugungskapazitäten verloren und sie immer wieder hergestellt, sagte Timtschenko. Der vergangene Winter sei der härteste gewesen, weil beschädigte Anlagen teilweise eingefroren seien. „Derzeit haben wir mit den Sanierungsarbeiten begonnen und unser Ziel ist es, noch vor dem Winter über ausreichende Kapazitäten zu verfügen“, sagte der Firmenchef. Voraussetzung sei, dass die Anlagen nicht erneut durch Luftangriffe beschädigt würden. Sie seien aber mittlerweile besser geschützt.
DTEK unterzeichnete in Danzig mit dem US-Unternehmen GE Vernova eine Absichtserklärung über den Bau eines modernen Gasturbinenkraftwerks mit 650 Megawatt Leistung am Standort Burschtyn in der Westukraine. Dies sei Teil der Strategie, Kohle als Hauptenergiequelle zu ersetzen, erläuterte Timtschenko. DTEK habe bereits in Wind- und Solarenergie wie in Batteriekapazitäten investiert und plane im zentralukrainischen Gebiet Poltawa den größten Windpark an Land in Osteuropa. In der Perspektive wolle das Unternehmen auch in Miniatomreaktoren einsteigen.
Kreml prüft Video mit schweren Vorwürfen eines russischen Veteranen
Der Kreml will ein im Internet verbreitetes Video eines russischen Kriegsveteranen prüfen, in dem dieser Kommandeuren im Krieg gegen die Ukraine Folter und Mord an eigenen Soldaten vorwirft. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte am Freitag, er habe den auf Instagram veröffentlichten Appell an Präsident Wladimir Putin noch nicht gesehen. Peskow sprach jedoch von einer ihm bekannten „seltsamen Formulierung“ in dem Clip.
In der Aufnahme beschuldigt der Veteran Alexander Lunin die russische Militärführung, Soldaten in Gruben festzuhalten, zu foltern und zu töten, wenn sie sich weigerten, „selbstmörderische Befehle“ auszuführen oder Geld an ihre Vorgesetzten zu zahlen. Lunin drohte zudem damit, die Armee werde ihre Waffen gegen den Kreml richten, sollte er nicht bald eine persönliche, live im Fernsehen übertragene Audienz bei Putin erhalten. Das Video des in der russischen Region Woronesch lebenden Veteranen verzeichnete innerhalb von 24 Stunden mehr als zwölf Millionen Aufrufe. Instagram ist in Russland gesperrt und kann von den Nutzern in der Regel ausschließlich über virtuelle private Netzwerke (VPN) aufgerufen werden.
Lunin, der in der Aufnahme im Kampfanzug und mit zahlreichen Orden zu sehen ist, legte keine Beweise vor und nannte keine Namen von Opfern oder Tätern. Es blieb unklar, ob er aus eigener Initiative handelte oder eine größere Gruppe innerhalb der Streitkräfte vertrat. Peskow betonte, man werde sich die Aufzeichnung zunächst ansehen, bevor man sich inhaltlich dazu äußere.
Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine
Russland und die Ukraine tauschen jeweils 160 Kriegsgefangene aus. Dies teilen das russische Verteidigungsministerium und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die ukrainischen Soldaten seien seit 2022 in russischer Gefangenschaft gewesen, erklärt Selenskyj auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa und ihr ukrainischer Kollege Dmytro Lubinez einigen sich zudem auf gemeinsame Besuche von Kriegsgefangenen sowie den Austausch von Listen gefangener Soldaten, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA meldet. Ein weiterer Austausch soll Lantratowa zufolge in den kommenden Tagen stattfinden.
Ehemaliger russischer Vizeregierungschef Sergej Iwanow gestorben
In Russland ist mit dem ehemaligen Vizeregierungschef Sergej Iwanow ein langjähriger Weggefährte von Präsident Wladimir Putin gestorben. „Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Sergej Iwanow heute verstorben ist“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturmeldungen zufolge. Putin habe den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und ein Telegramm übermittelt. Iwanow wurde demnach 73 Jahre alt. Zur Todesursache wurde nichts bekannt.
Nach seinem Studium als Übersetzer war Iwanow bis Ende der 1990er für den sowjetischen und russischen Geheimdienst tätig. Dabei lernte er den ebenfalls aus St. Petersburg stammenden knapp vier Monate älteren Putin kennen. Mit einer Unterbrechung zwischen 2008 und 2012 war Iwanow von 1999 bis 2026 Mitglied des russischen Sicherheitsrates. Von 2001 bis 2007 bekleidete er auch den Posten des Verteidigungsministers. 2008 galt Iwanow als möglicher Nachfolger Putins, der nach zwei Amtszeiten laut Verfassung nicht mehr bei den Präsidentenwahlen antreten durfte. Der Kremlchef entschied sich letztlich für Dmitri Medwedew, der in seiner Amtszeit die Verfassung änderte und 2012 erneut Platz für Putin machte. Medwedew und Iwanow galten damals als Konkurrenten um die Nachfolge Putins.
Iwanow hingegen arbeitete bis 2011 als Vizeregierungschef. Anschließend leitete er bis 2016 die Präsidialverwaltung. Zuletzt war der Putin-Vertraute noch als Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für Fragen des Naturschutzes, der Ökologie und des Verkehrs tätig. Medienberichten zufolge trat er auf eigenen Wunsch im Februar von diesem Posten zurück. Es gab Gerüchte, dass Iwanow zuletzt schwer erkrankt war. Als Befürworter der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 und des 2022 begonnenen russischen Krieges gegen die benachbarte Ukraine verhängten die Europäische Union, die USA und andere Staaten Sanktionen gegen den russischen Politiker. Er hinterlässt eine Ehefrau und einen erwachsenen Sohn.
Lawrow fordert Klärung von US-Rolle bei Friedensbemühungen
Der russische Außenminister Sergej Lawrow fordert eine Klärung der Rolle der USA bei den Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs. Lawrow wies Darstellungen von US-Außenminister Marco Rubio am Freitag zurück, wonach es bei dem Treffen von Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr in Alaska keine Einigung über die Grundzüge eines Friedensabkommens gegeben habe. Rubio hatte am Donnerstag erklärt, es habe in Alaska zwar Vorschläge, aber keine Vereinbarung gegeben. Lawrow entgegnete in schriftlichen Antworten auf Fragen von Journalisten, die US-Seite habe Vorschläge vorgelegt, denen Putin zugestimmt habe. Zu behaupten, es habe keine Einigung gegeben, sei „ziemlich unelegant“. In Russland wird die mutmaßliche Verständigung oft als „Geist von Anchorage“ bezeichnet.
Die Vermittlungsversuche Washingtons sind ins Stocken geraten, nachdem die USA und Israel im Februar den Krieg gegen den Iran begonnen haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte westlichen Verbündeten jüngst erklärt, die Ukraine wende das Blatt durch Angriffe tief im russischen Hinterland. Russland weist dies zurück und setzt im Falle eines Scheiterns der Diplomatie auf einen Sieg auf dem Schlachtfeld.
Gazprom erwartet steigenden Gewinn – auch dank China
Der russische Energieriese Gazprom erwartet im laufenden Jahr einen Anstieg des operativen Gewinns um sechs bis sieben Prozent. Grund dafür seien steigende Lieferungen auf dem heimischen Markt sowie höhere Exporte nach China, sagte Vize-Chef Famil Sadygow am Freitag auf der Hauptversammlung. Im Jahr 2025 hatte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2,9 Billionen Rubel (rund 37,7 Milliarden Dollar) betragen. Die Lieferungen im Inland sollen Sadygow zufolge um zwei bis vier Prozent zulegen. Zudem dürften die Ausfuhren nach China steigen. Gazprom ist gezwungen, seine Gasexporte neu auszurichten. Durch den russischen Überfall auf die Ukraine hat der Konzern den Großteil seines Geschäfts auf dem lukrativen europäischen Markt verloren.
Russischer Gouverneur erklärt Ausnahmezustand auf der Krim
Als Folge der massiven ukrainischen Drohnenangriffe haben die von Russland eingesetzten Behörden auf der ukrainischen Halbinsel Krim und in der Stadt Sewastopol am Freitag den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Maßnahme solle bei der Bewältigung wirtschaftlicher Probleme helfen. Der Tourismus und die Ferienlager für Kinder wurden bis September ausgesetzt. Die Behörden begründeten dies mit Treibstoffmangel und Sicherheitsbedenken. Zudem verkaufen Tankstellen seit dem 21. Juni keinen Kraftstoff mehr an Privatpersonen und Unternehmen.
Der von Russland ernannte Chef der Krim, Sergej Aksjonow, erklärte auf Telegram, der Ausnahmezustand solle schnellere Entscheidungen ermöglichen. Damit solle die Versorgung in allen lebenswichtigen Bereichen gesichert werden. Weitere Einzelheiten nannten die Behörden nicht. Ukrainische Drohnen haben in den vergangenen Wochen verstärkt die Treibstoffversorgung der Halbinsel ins Visier genommen. Russland hat die Halbinsel 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Die Ukraine greift seit Monaten auch Energieanlagen tief im russischen Hinterland an, um die militärischen Fähigkeiten und die Finanzen Moskaus zu schwächen. Die Drohnenangriffe verschärfen die Versorgungsengpässe in ganz Russland. Verbraucher berichten von steigenden Preisen und langen Schlangen an Tankstellen. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, die Angriffe sollten Zwietracht in der russischen Bevölkerung säen.
Ukraine greift auch wichtiges Chemiewerk an
Bei dem Großangriff in der Nacht haben ukrainische Drohnen auch das Chemiewerk Asot in Nowomoskowsk in der russischen Region Tula angegriffen. Der Gouverneur der Region, Dmitri Minjajew, erklärte auf Telegram, durch den Angriff seien eine Stromleitung sowie ein Industriebetrieb in Nowomoskowsk beschädigt worden. Nach Angaben von Kriegsbeobachtern brach auf dem Werksgelände ein Großbrand aus. Das Werk zählt zu den größten Chemieunternehmen Russlands. Es produziert unter anderem Mineraldünger, Ammoniak, Salpetersäure und Methanol. Nach ukrainischen Angaben liefert das Werk zudem chemische Vorprodukte an Rüstungsunternehmen, die für die Herstellung von Sprengstoffen und Munition verwendet werden.
IAEA: Wichtige Stromleitung am AKW Saporischschja repariert
Am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben der UN-Atomaufsicht IAEA wichtige Reparaturen abgeschlossen worden, die aber noch durch weitere Arbeiten ergänzt werden müssen. Die Reparatur einer zentralen Stromleitung und weiterer für die nukleare Sicherheit entscheidender Infrastruktur sei während einer vorübergehenden lokalen Feuerpause erfolgt, teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Die Stromleitung sei jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, da das angeschlossene Umspannwerk schwer beschädigt sei. Die Reparaturarbeiten dort dauerten an. Mit einem baldigen Abschluss sei nicht zu rechnen, so die IAEA weiter.
Bundesjustizministerin Hubig zu erstem Besuch in Kyjiw eingetroffen
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig ist erstmals seit ihrem Amtsantritt zu Gesprächen mit ukrainischen Regierungsvertretern in das von Russland angegriffene Land gereist. Die SPD-Politikerin traf am Morgen mit dem Nachtzug in der Hauptstadt Kyjiw ein, um an einer Konferenz zum 30. Jubiläum der ukrainischen Verfassung und anderen Terminen teilzunehmen. Die 1996, wenige Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, beschlossene Verfassung sei „eine Wegmarke in Richtung Demokratie“ und Europa gewesen, sagte Hubig. Als sie auf die geplante Änderung der EU-Aufnahmeregeln für ukrainische Flüchtlinge in Europa angesprochen wurde, zeigte die Ministerin Verständnis für die Idee, wehrpflichtige Männer davon künftig auszunehmen. Sie sagte, es sei wichtig, dass die Ukraine wehrfähig bleibe. Ihr Ministerium hat die Förderung der Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine vor dem Hintergrund des laufenden EU-Beitrittsverfahrens ausgeweitet – durch Beratung, gemeinsame Fachkonferenzen und Studienreisen. Grundlage für die Zusammenarbeit ist ein mit dem ukrainischen Justizministerium im November 2022 vereinbartes Arbeitsprogramm, das jetzt fortgeschrieben werden soll. Zu den Themen gehören Korruptionsbekämpfung und Unabhängigkeit der Justiz.
Ukrainischer Botschafter besorgt über AfD-Höhenflug
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, zeigt sich besorgt über die hohen Umfragewerte der AfD. „Das macht mir Sorgen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Als Botschafter könne er den Deutschen nicht sagen, wen sie wählen sollten. „Aber wenn einzelne Parteien so klar die russische Linie vertreten, wenn sie kein einziges Wort der Kritik an Russland richten, wenn ihre Vertreter auf Empfängen der russischen Botschaft lachend für Fotos posieren, kann ich das angesichts der vielen von Russen begangenen Kriegsverbrechen nicht akzeptieren.“ Auf die Frage, ob er Kontakte zu AfD-Abgeordneten oder der Parteispitze habe, sagte er: „Ich pflege keine Kontakte zu undemokratischen Parteien.“ Dass AfD-Abgeordnete zum St. Petersburger Wirtschaftsforum gereist waren, sei „eine Parteinahme für einen Aggressor und der Versuch, einen Vernichtungskrieg zu relativieren und zu rechtfertigen“. Mehrere AfD-Politiker hatten sich kürzlich bei dem unter Schirmherrschaft von Kremlchef Wladimir Putin organisierten Wirtschaftsforum für eine Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland ausgesprochen.
Russland meldet massive ukrainische Angriffe – auch auf Moskau
Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Freitag 660 ukrainische Drohnen abgeschossen. Drohnen seien über mehr als einem Dutzend Regionen zerstört worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Betroffen gewesen seien unter anderem die Region Moskau und die annektierte Halbinsel Krim. Die Zahl ist eine der höchsten seit Beginn des Konflikts. Innerhalb von etwa einer Stunde seien mindestens 28 auf Moskau zusteuernde Drohnen zerstört worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag nach Beratungen mit dem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele gebilligt. Ziel der Operation sei es, Druck auf den Aggressor auszuüben, um ein Ende des Krieges zu erzwingen, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.



