Überfall in Berlin-Lichtenberg: 35-Jähriger wegen Raubes mit Todesfolge angeklagt
Ein Todesfall, der viele erschütterte und dessen genaue Umstände lange unklar blieben, ereignete sich am Morgen des 4. Dezembers 2024 in Berlin-Lichtenberg. Eine 56-jährige Frau stürzte aus einem Wohnblock im Stadtteil Fennpfuhl und erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Nun, anderthalb Jahre später, hat die Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen angeklagt. Ein 35-jähriger Mann muss sich bald vor dem Landgericht Berlin wegen gemeinschaftlichen Raubes mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Gegen drei weitere mutmaßliche Mittäter laufen die Ermittlungen weiter.
Nach umfangreichen Ermittlungen, so die Mitteilung der Staatsanwaltschaft, konnte der Beschuldigte am 30. Dezember 2025 festgenommen werden. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Der Mann ist vorbestraft, wie die Behörde auf Anfrage des Tagesspiegels mitteilte. Weitere Details zu den Umständen der Tat wurden aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht preisgegeben.
Sturz aus dem neunten Stock
Laut Staatsanwaltschaft soll der 35-Jährige gemeinsam mit drei mutmaßlichen Komplizen die Frau in ihrer Wohnung im neunten Obergeschoss eines Hochhauses im Lichtenberger Ortsteil Fennpfuhl aufgesucht haben. Auch ihr inzwischen 22-jähriger Sohn war zum Tatzeitpunkt anwesend. Die Gruppe soll Mutter und Sohn gefesselt, geschlagen und um Bargeld sowie Wertgegenstände beraubt haben. Wie die Täter in die Wohnung gelangten, ließ die Behörde offen.
Im Rahmen des Raubüberfalls soll die 56-Jährige aus dem Fenster des neunten Stockwerks gestürzt sein. Die genauen Umstände des Sturzes sind weiterhin Gegenstand der laufenden Ermittlungen, so die Staatsanwaltschaft gegenüber dem Tagesspiegel.
Fund und erste Ermittlungen
Anwohner fanden die Frau am Morgen des 4. Dezembers 2024 in einem Beet vor dem grauen Hochhausblock. Trotz sofortiger Reanimationsversuche starb sie noch vor Ort, wie eine Polizeisprecherin damals dem Tagesspiegel bestätigte. Die Kriminaltechnik sicherte in der Wohnung umfangreiche Beweise. Eine Drohne wurde eingesetzt, um das Gebäude aus der Luft zu erkunden. Beamte befragten Anwohner, und die 5. Mordkommission übernahm die Ermittlungen.
Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung sollen die Ermittler zunächst niemanden in der Wohnung angetroffen haben. Die Staatsanwaltschaft teilte damals dem RBB mit, dass noch am selben Tag ein Zeuge verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert worden sei. Die Obduktion der Leiche ergab, dass die Frau bei ihrem Sturz zahlreiche Knochenbrüche und innere Verletzungen erlitt. Sie starb an den Folgen eines sogenannten Polytraumas.
Der Fall bleibt komplex. Während der Hauptverdächtige nun angeklagt ist, suchen die Ermittler weiter nach den drei flüchtigen Mittätern. Die Öffentlichkeit erwartet mit Spannung den Prozessbeginn, der voraussichtlich in den kommenden Monaten stattfinden wird.



