Putin-kritischer Künstler in Polen erschossen – Tat in Biała Podlaska
Putin-kritischer Künstler in Polen erschossen

Vor drei Tagen trat er noch in Berlin auf: Der Putin-kritische Künstler Semyon Skrepetsky ist tot. Der 44-Jährige wurde im Osten Polens auf offener Straße erschossen. Die Tat ereignete sich in der Stadt Biała Podlaska, unweit der Grenze zu Belarus. Nach Angaben der Polizei trafen mehrere Kugeln den Künstler aus kurzer Distanz. Die Ermittler gehen von einer gezielten Tat aus, ein Motiv ist bislang nicht bekannt.

Zwei Täter vermutet

Medienberichten zufolge könnten zwei Täter beteiligt gewesen sein. Ein Verdächtiger soll in der Nähe des belarussischen Konsulats festgenommen worden sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Die polnische Polizei fahndet mit einem Großaufgebot: Rund um den Tatort wurden Straßen und Ausfallrouten gesperrt, auch Schulen und Kindertagesstätten wurden zeitweise besonders beschützt. Die Staatsanwaltschaft in Lublin bestätigte die Ermittlungen mit Hochdruck.

Künstler aus Sibirien

Skrepetsky, bürgerlich Robert Kuzowkow, stammte aus Sibirien und wurde durch satirische Darstellungen von Kremlchef Wladimir Putin und Belarus-Machthaber Alexander Lukaschenko bekannt. Mit seinen Kunstaktionen kritisierte er autoritäre Systeme. 2021 verließ er Russland und lebte seitdem in Polen. Nur drei Tage vor seinem Tod trat er noch in Berlin vor der russischen Botschaft auf. Dort zeigte er ein ikonisches Gemälde, das Josef Stalin mit einem Baby-Putin auf dem Arm zeigt. In einem Video warf er zudem eine russische Flagge in einen Mülleimer.

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Ob seine politischen Kunstaktionen mit der Tat zusammenhängen, ist völlig offen. Die polnischen Behörden ermitteln weiter.

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