Neue Spur im Fall der verschwundenen Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen
Neue Spur im Fall Anne-Elisabeth Hagen

Der mysteriöse Kriminalfall um die verschwundene Millionärsgattin Anne-Elisabeth Hagen in Norwegen erhält eine neue Wendung. Acht Jahre nach ihrem Verschwinden führt eine Spur zu einem Mann in Istanbul. Die 68-jährige Hagen verschwand am 31. Oktober 2018 aus ihrem Haus in Fjellhamar, einem Vorort von Oslo. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall jahrelang ungelöst – keine Leiche, kein Tatverdächtiger vor Gericht.

Neue Ermittlungen und ein Verdächtiger in Istanbul

Wie die norwegische Polizei am Montag mitteilte, gibt es nun einen neuen Verdächtigen, der sich in Istanbul aufhalten soll. Die Behörden arbeiten eng mit den türkischen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um den Mann zu identifizieren und möglicherweise auszuliefern. Nach Angaben von Polizeisprecherin Lise Røkkum handelt es sich um einen 45-jährigen Mann, der bereits in Norwegen polizeibekannt sei. „Wir haben konkrete Hinweise, dass er in die Entführung verwickelt sein könnte“, sagte Røkkum.

Hintergründe des Falls

Anne-Elisabeth Hagen war die Ehefrau des norwegischen Milliardärs Tom Hagen, der im Immobilien- und Energiegeschäft tätig ist. Sie wurde zuletzt am Tag ihres Verschwindens gegen 13:30 Uhr gesehen. Ihr Ehemann fand später ein Lösegeld forderndes Schreiben im Haus. Die Täter verlangten neun Millionen Euro in Kryptowährung. Tom Hagen zahlte das Lösegeld, doch seine Frau tauchte nie wieder auf.

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Im April 2020 wurde Tom Hagen selbst kurzzeitig festgenommen, jedoch mangels Beweisen wieder freigelassen. Die Staatsanwaltschaft ging damals von einer inszenierten Entführung aus, die möglicherweise der Vertuschung eines Tötungsdelikts dienen sollte. Diese Theorie konnte jedoch nie bestätigt werden.

Die Bedeutung der neuen Spur

Die neue Entwicklung könnte den Fall endlich voranbringen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben digitale Spuren ausgewertet, die auf eine Verbindung des Verdächtigen zu Hagen hinweisen. „Wir sind optimistisch, dass wir mit Hilfe der türkischen Behörden den Mann befragen können“, so Røkkum. Der Fall hatte in Norwegen große mediale Aufmerksamkeit erregt und die Bevölkerung über Jahre hinweg beschäftigt.

Kriminologen wie Prof. Linda Grøning von der Universität Oslo betonen, dass die internationale Zusammenarbeit entscheidend sei. „Solche Fälle zeigen, wie wichtig grenzüberschreitende Ermittlungen sind, insbesondere wenn Kryptowährungen im Spiel sind“, sagte Grøning.

Die norwegische Polizei hofft nun, dass der neue Verdächtige Licht ins Dunkel bringen kann. Ob es sich bei dem Mann in Istanbul um den Haupttäter oder einen Komplizen handelt, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

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