Netanjahu strebt erneute Kandidatur an
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, bei der für dieses Jahr anstehenden Parlamentswahl erneut anzutreten. In einer Erklärung seiner Likud-Partei hieß es, er werde kandidieren und, so Gott es wolle, gewinnen. Ein genauer Wahltermin steht noch nicht fest; sie muss jedoch bis Oktober stattfinden. Es wäre die erste Wahl seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, der die israelische Offensive im Gazastreifen auslöste.
Umfragen zeigen jedoch, dass 61 Prozent der Israelis der Meinung sind, Netanjahu sollte nicht mehr antreten. Ein mögliches Oppositionsbündnis könnte die parlamentarische Mehrheit verfehlen, sofern es keine Koalition mit arabischen Parteien eingeht, was einige Oppositionsführer jedoch ausgeschlossen haben.
Hapag-Lloyd: Kein Ende der Krise in Sicht
Die Großreederei Hapag-Lloyd hat Hoffnungen auf eine baldige Besserung der Schifffahrtslage im Persischen Golf gedämpft. Konzernchef Rolf Habben Jansen erklärte auf einer Online-Kundenkonferenz, dass ein Ende der Krise derzeit nicht absehbar sei. Selbst bei einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus werde eine Rückkehr zur Normalität mindestens drei Monate dauern.
Die französische Reederei CMA CGM geht sogar von einer nachhaltigen Veränderung der Schifffahrt in der Region aus. Konzernchef Rodolphe Saade betonte, es sei unklug, davon auszugehen, dass der Zustand vor Ausbruch des Iran-Kriegs wieder erreicht werde. Habben Jansen pflichtete ihm bei und verwies auf die Fragilität des Betriebs. Er erwarte jedoch, dass vieles wieder beim Alten sein werde, sobald eine längerfristige Friedensperspektive bestehe, da die Versorgung dieser Länder auf dem Seeweg die effizienteste Methode sei.
Neue Angriffe und diplomatische Spannungen
Der Iran muss seine Gespräche mit den USA nach neuen Angriffen neu bewerten, wie Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei mitteilte. Die fortgesetzten Verstöße gegen die Waffenruhe schadeten dem diplomatischen Prozess. Zuvor hatte Kuwait seine Luftabwehr aktiviert, nachdem das Land unter iranischen Beschuss geraten war. Der Iran erklärte, dies sei eine Vergeltung für US-Luftangriffe gewesen.
Die iranischen Revolutionsgarden meldeten zudem einen Raketenangriff auf einen US-Militärstützpunkt in Jordanien. Weder Jordanien noch die USA bestätigten dies zunächst. Das US-Militär hatte zuvor seine Angriffe auf iranische Ziele beendet, nachdem es Luftabwehr- und Radarsysteme rund um die Straße von Hormus bombardiert hatte. Die USA bezeichneten die Aktion als verhältnismäßige Antwort auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers, der nach US-Angaben mit einer iranischen Drohne kollidiert war.
Weitere Entwicklungen
Amnesty International wirft Israel eine gezielte Annexion des Westjordanlands vor. Die Übergriffe seien Teil einer staatlich gebilligten Kampagne ethnischer Säuberung. Die UN-Kommission berichtet von einer Zunahme tödlicher Siedlergewalt. Westliche Staaten haben koordinierte Sanktionen gegen extremistische Siedler verhängt.
Im Libanon wurden bei einem israelischen Angriff auf Tyros mindestens acht Menschen getötet. Das israelische Militär hatte zuvor erstmals eine Evakuierungsaufforderung für die gesamte Stadt erlassen. Ein Hisbollah-Kämpfer drang nach Israel ein und wurde erschossen.
Der iranische UN-Botschafter hofft unterdessen auf eine Einigung mit den USA bis Ende Juni. US-Präsident Trump warnte Netanjahu vor einem Alleingang gegen den Iran. Der libanesische Präsident bot Israel Gespräche über einen Nichtangriffspakt an.



