Iran-Krieg treibt Importpreise: Stärkster Anstieg seit 2022
Iran-Krieg: Importpreise steigen stärkstens seit 2022

Die deutschen Importpreise sind im Mai so stark gestiegen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Grund ist der Krieg gegen den Iran, der die Energiepreise in die Höhe treibt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, legten die Einfuhrpreise um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2022, als infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Plus von 9,6 Prozent verzeichnet worden war.

Energiepreise springen um 37,2 Prozent

Haupttreiber des Anstiegs sind die Energiepreise. Sie verteuerten sich im Mai um 37,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 2022, als es nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu Engpässen und Preissprüngen kam. Die Importpreise wirken sich zeitverzögert auf die allgemeine Inflation aus, da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht.

Verbraucherpreise: Tankrabatt dämpft Inflation

Im April waren die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen – so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Bundesregierung führte daraufhin einen Tankrabatt ein, der die Teuerungsrate im Mai auf 2,6 Prozent senkte. Auch im Juni dürfte dieser Wert erreicht werden. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung dazu veröffentlichen.

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Mineralölprodukte und Erdöl besonders betroffen

Importierte Mineralölerzeugnisse wie Kerosin und Benzin verteuerten sich im Mai um 57,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Erdöl kostete sogar 59,3 Prozent mehr. Auch Steinkohle (+12,7 Prozent) und Erdgas (+10,4 Prozent) wurden deutlich teurer. Die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit einem Plus von 31,4 Prozent ebenfalls weit über dem Niveau von Mai 2025.

Hintergrund: Iran-Krieg treibt Weltmarktpreise

Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe getrieben. Ökonomen erwarten mittelfristig auch Folgen für die Inflation in Deutschland. Die Importpreise gelten als Frühindikator für die Verbraucherpreisentwicklung.

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