Venezuela wurde in der Nacht zu Donnerstag von zwei schweren Erdbeben innerhalb weniger als einer Minute erschüttert. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des ersten Bebens mit 7,2 und die des zweiten mit 7,5 an. Nach Modellrechnungen der Behörde werden zwischen 10.000 und 100.000 Todesopfer befürchtet. In der Hauptstadt Caracas stürzten mehrere Gebäude ein.
Notstand ausgerufen
Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (57) rief in einer landesweiten Ansprache den Notstand aus. Sie sprach von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“ und bestätigte bislang 32 Todesopfer sowie mindestens 700 Verletzte. Rodríguez wies darauf hin, dass noch keine Berichte aus dem besonders stark betroffenen Bundesstaat La Guaira vorliegen, der an die Hauptstadt Caracas grenzt.
Zahl der Opfer könnte steigen
Die amtierende Präsidentin betonte, dass mit weiteren Opfern zu rechnen sei. Bilder aus den betroffenen Gebieten zeigen schwere Verwüstungen. Zahlreiche Gebäude in Caracas stürzten ein, Rettungskräfte sind im Einsatz. Die genaue Zahl der Toten und Verletzten wird voraussichtlich in den kommenden Stunden steigen, sobald die Einsatzkräfte die abgelegenen Regionen erreichen.
Internationale Hilfe erwartet
Die venezolanische Regierung hat internationale Hilfsorganisationen um Unterstützung gebeten. Die USA und mehrere südamerikanische Länder haben bereits Hilfe angeboten. Die Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 zählen zu den schwersten, die Venezuela je getroffen haben. Die Region ist seismisch aktiv, aber solche Doppelbeben sind selten.
Hintergrund: Doppelbeben
Das erste Beben ereignete sich um 07:07 Uhr Ortszeit, das zweite folgte weniger als eine Minute später. Experten zufolge handelt es sich um ein sogenanntes Doppelbeben, bei dem zwei nahezu gleich starke Erschütterungen kurz hintereinander auftreten. Dies kann die Zerstörungskraft erheblich verstärken, da Gebäude durch den ersten Stoß bereits geschwächt sind und dem zweiten nicht standhalten.



