Hitzewelle in Deutschland: Temperaturrekord könnte fallen, Events abgesagt
Hitzewelle: Temperaturrekord droht, Halbmarathon abgesagt

Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland erreicht in den kommenden Tagen ihren Höhepunkt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass am Freitag der bisherige Juni-Temperaturrekord fallen wird. Meteorologe Helge Tuschy bestätigte dem Tagesspiegel, dass ein sogenannter „Heat Dome“ von Westeuropa nach Mitteleuropa zieht und Deutschland erreicht. „Der Hitzehöhepunkt ist auf dem Weg zu uns und erreicht uns voraussichtlich Freitag oder Samstag“, so Tuschy.

Temperaturen bis zu 41 Grad erwartet

Laut DWD sollen am Donnerstag im Westen und Südwesten Deutschlands bis zu 41 Grad erreicht werden. Für Samstag prognostizieren die Meteorologen „sehr heiß bis extrem heißes“ Wetter. Der Sonntag könnte diese Werte noch übertreffen. Die Hitzewelle hält mindestens bis Sonntag an, wie es im Warnlagebericht des DWD heißt: „Aus Süden kommend strömt weiterhin heiße bis sehr heiße Luft nach Deutschland.“ Begleitet wird die Hitze von feuchten Luftmassen, die regional für Gewitter sorgen können.

Hamburger Halbmarathon wegen Hitze abgesagt

Die enormen Temperaturen haben weitreichende Folgen. Der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg wurde abgesagt, für den 24.000 Läufer angemeldet waren. Auf der Veranstaltungsseite hieß es: „Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten.“ Für das Wochenende werden in Hamburg Temperaturen bis 37 Grad erwartet. Auch der Württembergische Fußballverband sagte alle Spiele für das Wochenende ab. Der Berliner Fußballverband strich alle Kinderfußball-Begegnungen und Spiele ohne Relevanz für Auf- oder Abstieg.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schulen reagieren mit hitzefrei und verkürztem Unterricht

Vielerorts verkürzen Schulen den Unterricht oder geben hitzefrei. In einigen Regionen gelten Bewässerungs- und Grillverbote aufgrund von Wasserknappheit und Waldbrandgefahr. In Dresden wurde ein Wasserentnahmeverbot verhängt, das bis Oktober Eigentümern und Anliegern verbietet, Wasser aus oberirdischen Gewässern zu entnehmen.

Historischer Juni-Rekord möglich

Wetterexperte Tuschy zufolge ist die anhaltende Hitzewelle besonders für West- und Südwesteuropa ungewöhnlich und könnte für den Juni „gegebenenfalls auch historisch ausfallen“. Eine DWD-Sprecherin ergänzte: „Wenn am Freitag oder Samstag die 40-Grad-Marke geknackt wird, dann wäre das ein neuer Juni-Rekord. Steigt die Temperatur über 41 Grad, könnte es sogar einen neuen Allzeitrekord geben.“ Später konkretisierte der DWD, dass der Juni-Rekord mit großer Sicherheit am Freitag fallen werde. Gleichzeitig betonte Tuschy, dass man für genauere Aussagen die weitere Entwicklung abwarten müsse: „Ob es noch ein Deutschlandrekord wird, kann noch nicht gesagt werden.“

Keine sofortige Abkühlung in Sicht

Eine echte Linderung der Hitze ist laut DWD in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Erst zu Beginn der kommenden Woche deutet sich im Nordwesten eine leichte Abkühlung an. „Es wird noch schwül und heiß, aber die extreme Hitze ist dann komplett raus“, so die DWD-Experten. Auch andere europäische Länder leiden unter der Hitzewelle. In Frankreich erließ der Wetterdienst Météo France für 72 Departements die höchste Warnstufe Rot. Es wurden Höchsttemperaturen zwischen 34 und 39 Grad erwartet, in einigen Regionen bis zu 41 Grad.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration