Ein neuer Temperaturrekord hat Berlin am Sonntag zum Glühen gebracht. Mit 41 Grad Celsius wurde die bisherige Höchstmarke übertroffen. Die Hauptstadt ächzte unter der extremen Hitze, während Einwohner und Touristen nach Abkühlung suchten.
Temperaturen erreichen historischen Höchststand
Bereits am Vormittag kletterten die Thermometer auf über 38 Grad, am Nachmittag knackte das Quecksilber dann die 40-Grad-Marke. Der bisherige Rekord für Berlin lag bei 39,4 Grad, gemessen im Juli 2022. Die neue Bestmarke von 41 Grad bedeutet eine spürbare Verschärfung der Hitzewelle.
„Es ist kaum auszuhalten. Man schwitzt schon beim Gehen“, klagte ein Tourist aus Australien, der mit seiner Familie den Lustgarten besuchte. Viele Besucher suchten Schatten unter den wenigen Bäumen oder kühlten sich mit Wasserflaschen ab.
Lustgarten wird zum improvisierten Freibad
Ein ungewöhnliches Bild bot sich im Lustgarten: Ein Mann in Badehose und Schwimmbrille planschte im Brunnen – eigentlich verboten. Doch wegen der extremen Hitze schritt die Polizei nicht ein. „Wir haben Verständnis für die Not der Menschen. Solange niemand gefährdet wird, dulden wir das“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei.
Die Ordnungsbehörden hatten bereits im Vorfeld angekündigt, bei Hitzerekorden Ausnahmen zu machen. So blieben auch die Springbrunnen am Potsdamer Platz und am Alexanderplatz länger in Betrieb.
Gesundheitsrisiken durch extreme Hitze
Die Berliner Feuerwehr verzeichnete einen Anstieg der Notrufe um 30 Prozent. Besonders ältere Menschen und Kinder litten unter der Hitze. „Wir appellieren an alle, viel zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung zu meiden“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Krankenhäuser bereiteten sich auf einen erhöhten Patientenzustrom vor.
Die Senatsverwaltung für Gesundheit rief die Bevölkerung auf, „nur noch Wasser zu trinken“ und körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Für Obdachlose wurden zusätzliche Kältezonen eingerichtet.
Touristen trotzen der Hitze
Trotz der Rekordhitze ließen sich die Touristen den Besuch in Berlin nicht vermiesen. Vor dem Brandenburger Tor standen Schlangen von Menschen, die mit Sonnenhüten und Sonnencreme gegen die Strahlung kämpften. „Wir haben extra früh gebucht, da wussten wir noch nichts von der Hitzewelle. Aber wir lassen uns den Urlaub nicht verderben“, sagte eine Urlauberin aus Japan.
Die Stadtverwaltung verteilte kostenloses Wasser an belebten Plätzen und öffnete klimatisierte Räume in Bibliotheken und Museen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren zusätzliche Busse mit Klimaanlage auf den Hauptstrecken.
Ausblick: Hitze hält an
Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes erwarten, dass die Hitzewelle auch in den kommenden Tagen anhält, wenn auch mit leicht sinkenden Temperaturen. Für Montag werden 38 Grad vorhergesagt, erst zur Wochenmitte soll es auf 30 Grad abkühlen. Die Berliner und ihre Gäste müssen sich also weiterhin auf extreme Bedingungen einstellen.



