Die französischen Behörden ermitteln gegen die Eltern von zwei Kleinkindern, die vermutlich an Dehydrierung gestorben sind. Die 15 Monate alten Zwillingsmädchen wurden am Montag leblos in ihrem Bett in der nordfranzösischen Gemeinde Beuvrages aufgefunden. Die Eltern hatten erst dann den Rettungsdienst alarmiert, als es bereits zu spät war. Dies teilten Ermittlungskreise mit, und auch andere Medien wie „Ici“ berichteten darüber.
Vier Geschwister ebenfalls dehydriert ins Krankenhaus
Die vier weiteren Kinder der Familie im Alter von drei bis sechs Jahren waren ebenfalls dehydriert und wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert. Ihr Zustand ist nach ersten Angaben stabil. Die Eltern wurden in Polizeigewahrsam genommen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Vernachlässigung mit Todesfolge ein. Die Leichen der Mädchen sollen obduziert werden, um die genaue Todesursache zu klären.
Bürgermeister zeigt sich erschüttert
Der Bürgermeister von Beuvrages, Ali Ben Yahia, äußerte sich bestürzt über den Vorfall. Der Tod der Mädchen habe die Einwohner der Gemeinde „zutiefst erschüttert“, sagte er. Die jüngste Hitzewelle in Frankreich hatte bereits zu einem sprunghaften Anstieg der Todesfälle geführt. Mehrere Kleinkinder starben in den vergangenen Tagen, weil sie in verschlossenen Autos zurückgelassen worden waren.
Hintergründe zur Hitzewelle und Vernachlässigung
Die Temperaturen in Frankreich hatten in der letzten Juniwoche 2026 Spitzenwerte von über 40 Grad Celsius erreicht. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen sind bei solchen Extremtemperaturen gefährdet, wenn sie nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen oder in überhitzten Räumen bleiben. Die Behörden warnen regelmäßig vor den Gefahren von Dehydrierung und Hitzschlag. Der Fall in Beuvrages wirft erneut Fragen nach der Aufsichtspflicht von Eltern bei extremen Wetterbedingungen auf.
Ermittlungen und rechtliche Schritte
Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Frage, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht grob vernachlässigt haben. Sollte sich der Verdacht der Vernachlässigung mit Todesfolge bestätigen, drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen. Die Obduktion der Leichen soll in den nächsten Tagen erfolgen. Die Polizei hat zudem die Umstände der letzten Stunden vor dem Tod der Mädchen rekonstruiert. Nachbarn berichteten, dass die Familie in den Tagen zuvor kaum das Haus verlassen habe.



