Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC rechnet damit, dass die Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo in wenigen Tagen die Marke von 300 überschreitet. Aktuell sind in dem zentralafrikanischen Land 1.118 Ebola-Fälle bestätigt, sagte CDC-Generaldirektor Jean Kaseya in seiner wöchentlichen Pressekonferenz. Unter diesen Fällen sind 291 Menschen, die an der hochgefährlichen Krankheit starben. Obwohl der Gipfel des Ausbruchs noch nicht erreicht sei, seien bereits 95 Prozent der Bettenkapazitäten ausgeschöpft. „Wir müssen Behandlungszentren bauen und Bettenkapazitäten erhöhen“, betonte Kaseya.
Schneller Anstieg der Fälle bereitet Sorgen
Der schnelle Anstieg der Fälle bereitet den Gesundheitsbehörden große Sorgen. In keiner der vorangegangenen Ebola-Epidemien auf dem Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch wie in der aktuellen Epidemie. Die besonders betroffene Provinz Ituri im Nordosten des Kongo verzeichnet die meisten Fälle. Die Hauptstadt Bunia steht im Zentrum der Bemühungen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Klinische Tests gegen Ebola-Erreger ab kommender Woche
Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: In der kommenden Woche sollen in Bunia klinische Verfahren für Medikamente beginnen, kündigte Kaseya an. Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, da es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Der Impfstoff Remdesivir von Herstellern aus den USA und Ägypten, der in der kommenden Woche erprobt werden soll, sei bereits im Kongo eingetroffen, so Kaseya. Es handele sich um ein Prophylaxemittel nach Kontakt mit dem Ebola-Erreger. Das aus den USA stammende Mittel MBP134 soll in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem arbeiten mehrere Unternehmen an weiteren Impfstoffkandidaten.
Quarantäne für Reisende aus Ebola-Gebieten
Die kongolesische Regierung ordnete unterdessen eine 21-tägige Quarantäne für Menschen an, die aus den von Ebola betroffenen Gebieten innerhalb des Landes oder ins Ausland reisen wollen. Diese Maßnahme soll das Ansteckungsrisiko verringern und eine lückenlose Nachverfolgung potenziell exponierter Personen gewährleisten, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Quarantäne gilt für alle, die aus den betroffenen Regionen kommen, und soll helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Ausblick und Herausforderungen
Die Gesundheitsbehörden stehen vor großen Herausforderungen. Die Bettenkapazitäten in den Behandlungszentren sind nahezu erschöpft, und der Gipfel des Ausbruchs ist noch nicht erreicht. Die laufenden klinischen Tests und die bevorstehenden Impfstofferprobungen geben jedoch Anlass zur Hoffnung. Die internationale Gemeinschaft unterstützt die kongolesischen Behörden bei der Bekämpfung der Epidemie, doch die Logistik in den abgelegenen Gebieten bleibt schwierig.



