Louis Chapheau, ein kanadischer Künstler, der weltweit mit seiner bunten Popart-Kunst Erfolg hat, stellt derzeit in der AK Galerie in Berlin-Mitte aus. Seine Werke, die an Jean-Michel Basquiat erinnern, sind mehr als nur farbenfrohe Oberflächen: Sie transportieren eine ernste Botschaft über Liebe und Rebellion.
Vom Militärarzt zum Künstler
Chapheau, der in seinen 20ern und 30ern als Infanterie-Offizier beim kanadischen Militär und später als Arzt mit einer eigenen Beauty-Klinik in Toronto arbeitete, fand erst während des Covid-Lockdowns 2020 zur Kunst. „Ich fiel praktisch hinein in die Kunst und fand erst darin meine Bestimmung“, sagte er der Morgenpost. Sein erster Versuch, ein Bild zu malen, verkaufte sich für 75 Dollar auf Instagram, das zweite innerhalb von 24 Stunden. Heute hängen seine Werke neben denen von Größen wie Robert Rauschenberg, Joan Miró, Keith Haring und Cy Twombly in ganz Europa, Nordamerika, Australien und Afrika.
Hommage an Ost-Berlin
Seit drei Jahren lebt Chapheau in Amsterdam, besucht aber regelmäßig Berlin. Die Untergrundmusiker Ostberlins in den 70er und 80er Jahren sowie die Graffitis auf den Resten der Berliner Mauer faszinieren ihn. Seine Ausstellung „Discopunks of East Berlin“ ist eine Hommage an diese Szene. Galeristin Anna Kimmerle präsentiert in der AK Galerie am Gendarmenmarkt seine Werke, darunter auch das Gemälde mit der Aufschrift „Liebe ist das Ding“.
Liebe als revolutionäres Konzept
Für Chapheau ist Liebe mehr als ein friedlicher Akt. „Der Bogen, der all meine Werke umspannt, ist die Reflexion über Liebe und Akzeptanz und Empathie. Aber Liebe ist in meinen Augen mehr als ein friedlicher, passiver Akt. Liebe als einende Kraft kann sehr gefährlich sein, revolutionär“, erklärte er. Als Beispiel nannte er Fred Hampton, einen 21-jährigen afroamerikanischen Bürgerrechtsaktivisten der Black Panther, der 1969 von der Polizei erschossen wurde, nachdem er den Ku-Klux-Klan aufgefordert hatte, den Rassismus zu beenden. „Es ist gefährlich für die Mächtigen, für das Establishment, zu fordern, dass wir alle unsere Nachbarn lieben sollen“, so Chapheau. Er betont, nicht religiös zu sein, aber Aussagen wie „Hört auf, euch gegenseitig zu töten“ oder „Krieg ist sinnlos“ seien revolutionär.
Ausstellungsdetails
Die Ausstellung „Faces by Louis Chapheau“ in der AK Galerie, Behrenstraße 31, 10117 Berlin, läuft bis zum 15. Juli 2026, dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr. Am 4. Juli gibt es eine kostenlose Tattoo-Aktion mit Gesichtern von Louis Chapheau nach Wunsch (weitere Details auf Instagram).



